Leserbrief: Konferenz

Posted on 22. Januar 2008 von

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von Hans Heinz Holz

Der Bericht des Genossen Geisler über die Luxemburg-Konferenz in der UZ vom 18.1. ist, gelinde gesagt, ein journalistisches Schmierenstück.

Auf seine persönlichen Bosheiten gegen mich gehe ich nicht ein. Mit seinem bis heute berüchtigten Satz, er sei nicht wegen der DDR sondern trotz der DDR in die DKP eingetreten, hat schon genug Schaden angerichtet.

Widersprochen werden muss aber hier der verdrehten Berichterstattung.

Vor mir liegt die Tonbandabschrift der Diskussion. Kollege Laakmann hat nicht gesagt, die DKP habe in Rheinhausen keine Rolle gespielt, sondern sie habe nicht an der Spitze der Bewegung gestanden. Das dem Mann zu bestreiten, der vor Ort gekämpft hat, wäre falsch und arrogant gewesen. In der Tat unterstützt die DKP Protestbewegungen (wie z.B. auch in Heiligendamm, aber setzt sich nicht an deren Spitze). Seit 1990 haben wir ja versäumt, zu definieren, was unser Verständnis von „Avantgarde der Arbeiterklasse“ ist nämlich die Rolle einer kämpferischen Vorhut zu bilden, nicht einen Führungsanspruch zu erheben.

Dieses Wort aus unserem Vokabular verbannt zu haben, halte ich allerdings für ein Versagen, und ich habe gesagt, dass wir uns zum Glück darüber in der Partei streiten. Jedenfalls halte ich es für ehrlicher und glaubwürdiger Unzulänglichkeiten einzugestehen, als zu verkünden wir seien die Besten und Größten.

Geisler operiert mit Verunglimpfungen. Wenn er unterstellt, ich wolle eine „kommunistische Plattform“ in der DKP repräsentieren, so kann ich ihm nur entgegnen: ich halte an den Grundsätzen fest, die ich in den drei Büchern „Niederlage und Zukunft des Sozialismus“, „Kommunisten heute“ und „Sozialismus statt Barbarei“ entwickelt habe.

Diese sind in dem von Geisler geleiteten Verlag erschienen. Nicht ich habe meine Auffassungen revidiert.

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