Zu Franz Darguß (T&P Nr. 17)

Posted on 12. September 2009 von

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Frank Darguß kann ich nur zustimmen, wenn er die Vereinigung von KPD und SPD als große historische Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung wertet und gegen die Diskreditierung dieses Ereignisses als Zwangsvereinigung argumentiert (T&P 17, S. 17). Ich möchte als Zeitzeuge, der bereits im Nationalkomitee Freies Deutschland zu lernen hatte, die Beschlüsse des VII. Weltkongresses der Komintern in der Arbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion umzusetzen, auf einige Aspekte hinweisen, die bei diesem Thema nicht vergessen werden sollten.

Der Weg zur Überwindung sektiererischer Haltungen in der KPD war nach den Erfahrungen mit dem Klassenverrat der rechten Führer der SPD schwierig. Die ideologischen Voraussetzungen zur Vereinigung der Arbeiterparteien nach der Befreiung vom Faschismus mussten auch in der KPD geschaffen werden. Und wichtig ist auch, daran zu erinnern, dass dabei die sowjetischen Kommunisten den deutschen eine große Hilfe waren.

Aber die deutschen Kommunisten waren dann auch die treibende Kraft bei der Überwindung der Klassenspaltung. Damals wie heute gilt als eine Grundbedingung für den erfolgreichen Kampf um den Sozialismus die Orientierung, die Georgi Dimitroff 1935 in seiner Rede „Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse“ gegeben hat, zu beachten.

Für die Kommunisten gibt es keine Alternative zur Zusammenarbeit mit allen Parteien und Organisationen der Arbeiterklasse. Sie setzt aber klare marxistisch-leninistische Positionen voraus, in denen sich theoretische Prinzipienfestigkeit und größte taktische Flexibilität miteinander verbünden müssen.

Heinz Keßler, Berlin

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Posted in: Heft 18, Leserbriefe