Leserbriefe

Posted on 7. April 2011 von

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Wir dokumentieren nachfolgend einen Leserbrief von HansPeter Brenner an das Internet Portalkommunisten.de. Die Redaktion von kommunisten.de sah sich bis heute — 11. März 2011 — nicht in der Lage, diesen Leserbrief zu veröffentlichen. Hans Peter Brenner hat seinen Text T&P freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen.

Der Leserbrief bezieht sich auf eine Debatte, die in der Zeitung junge Welt mit einem Artikel von Kurt Pätzold begonnen wurde, gefolgt von einem Beitrag von Hans Heinz Holz, wiederum gefolgt von einer Replik von Nina Hager, HansPeter Brenner und Robert Steigerwald. Inhaltlich geht es dabei um die Frage von Moralität und Historizität in der aktuellen Kommunismus-Diskussion. Diese Diskussion wurde von kommunisten.de mit einem Verriss des Artikels von Hans Heinz Holz durch Heribert Thomalla am

9. Februar 2011 fortgesetzt. Auf diesen Text von Thomalla bezieht sich der Leserbrief von Hans Peter Brenner

Eine „antimarxistische Apologie“ ist etwas sachlich und politisch völlig anderes als ein „fataler Irrtum“ (oder Irrtümer).

Ich möchte mich, ähnlich wie Patrik Köbele, von der Art Verriss des Artikels von Genossen Hans Heinz Holz distanzieren, die von kommunisten.de veröffentlicht wurde. Dieser KommentarTitel entwertet auch diejenigen Argumente des Beitrags, denen ich inhaltlich zustimmen bzw. die ich nachvollziehen kann.

In unserer (Nina Hager, Robert Steigerwald und ich) Kritik an den „fatalen Irrtümern“ von Hans Heinz Holz gehen wir von der Notwendigkeit eines sachlichen Klärungsprozesses aus und nicht von einem inquisitorischen Verdammungsurteil, das jede Diskussion unmöglich macht und erübrigt. Dieser Stil wird weder der Sache noch der Person des herausragenden marxistischen Wissenschaftlers und Kommunisten Hans Heinz Holz gerecht. Ihn mit dem Verdiktum „antimarxistisch“ zu belegen, ist ein absoluter Irrsinn.

Ich hatte die Verantwortlichen von kommunisten.de in der Nacht vor der Veröffentlichung, als ich ihn als Vorabinformation erhielt, dringend gebeten, diesen Artikel so nicht zu publizieren.

Es geht aber auch noch um etwas anderes: kommunisten.de ist ein Nachrichtenportal der DKP. Es reagiert in vielen Dingen gut, schnell und professionell — z. B. in der Ägypten-Berichterstattung. In diesem Tempo kann das unsere Wochenzeitung — die uz — nicht. Das Nachrichtenportal kann und darf aber nicht praktisch die Rolle des Zentralorgans der DKP — der uz — ersetzen wollen.

Dessen Aufgabe ist es, unter der Verantwortung der vom Parteivorstand ausgewählten Redaktion, in solchen politischen Grundsatzfragen einen vernünftigen und sachlichen Diskussions- und Klärungsprozess zu organisieren. Dazu haben die „Macher“ von kommunisten.de, die im Einzelnen nicht einmal alle dem verantwortlichen Führungsgremium, dem Parteivorstand, bekannt

— geschweige von ihm berufen — sind, nicht das Mandat. Hier bedarf es einer klaren Regelung.

Mit kommunistischem Gruß!

Dr. HansPeter Brenner Mitglied des Parteivorstands

 

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