Wie muss sich die DKP ändern?

Posted on 11. November 2011 von

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In dieser neuen Rubrik wollen wir notwendige Überlegungen zur Taktik unserer Partei, aber auch über strategische Orientierungen anstellen. Es soll dabei um die konkrete Kleinarbeit vor Ort gehen, im Betrieb oder der Kommune, im Bündnis oder als eigenständige Aktion. Die inhaltliche Klammer bildet die Überlegung, wie sich die DKP politisch-ideologisch stärken kann und dabei neue Genossinnen und Genossen gewinnt.

Die Ausrichtung der Parteiführung auf lediglich Mitarbeit in allen möglichen Bündnissen und das Verweisen auf inhaltlich gute Positionen der Linkspartei sind entweder Ausdruck von völliger Konzeptlosigkeit oder aber einer kompletten Neuausrichtung der Partei unter Preisgabe unserer kommunistischen Identität. Klar dürfte inzwischen vielen Genossinnen und Genossen sein, dass dieses seit nunmehr zwanzig Jahren verfolgte Konzept keine Früchte trägt — außer für die Linkspartei. Wir halten es in der Tat für falsch, dass wir die Vertretung der unmittelbaren Gegenwartsinteressen und der Zukunftsinteressen der Arbeiterklasse der Linkspartei überlassen.

Wir brauchen eine Debatte darum, wie wir uns als Kommunistische Partei stärken können, d. h. wo unsere konkrete Zielgruppe innerhalb der Klasse ist und wie wir uns als Partei aufstellen müssen.

Wir haben es zwanzig Jahre nach der Konterrevolution mit einer besonders schwierigen Lage zu tun: Der Imperialismus ist auf allen Feldern in der Offensive. Bei allen kleinen Erfolgen der fortschrittlichen Bewegung — selbst wenn die Wahlerfolge der Linkspartei als durchaus beachtlich betrachtet werden müssen — bleibt festzuhalten, dass es bis auf einige bemerkenswerte Ausnahmen von Parteigruppen nicht gelungen ist, uns zu verankern und uns an bestimmten Punkten festzubeißen, sei es betrieblich oder kommunal. Auch deshalb bleiben Einfluss und Mobilisierungsfähigkeit auf der Strecke. Das heißt, es muss für uns Kommunistinnen und Kommunisten darum gehen, da wo wir leben und arbeiten, wieder stärker aktiv zu werden. Es muss darum gehen, zu einer kommunistischen Interessenvertretungsarbeit, die die Betroffenen selbst aktiviert, zurückzufinden. Das wird nicht von heute auf morgen funktionieren und braucht auch entsprechende Versuche und das Lernen aus Fehlern, die dabei passieren.

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