Heft 27: Marxismus-Leninismus

Posted on 9. Januar 2012 von

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von Renate Münder 

Editorial

Hans Heinz Holz, der Initiator und Spiritus Rector von Theorie und Praxis, ist tot, er starb am 11. Dezember 2011. Wir führen seinen Namen weiterhin im Kreis der Herausgeber auf. Er wird durch sein Werk und mit uns weiterleben. Denn wir und viele andere werden in seinem Sinne weiter aktiv sein. Das heißt auch, wir werden um eine starke marxistisch-leninistische DKP kämpfen.

Dieses Heft, das den Schwerpunkt Marxismus-Leninismus hat, ist ihm gewidmet. Der Text, den wir von Hans Heinz Holz abdrucken, die zehn Thesen zur marxistisch-leninistischen Theorie aus seiner Schrift Niederlage und Zukunft des Sozialismus, war ohnehin für diese Aufgabe vorgesehen, denn dieser kurze Text ist ein komprimierter Einstieg in den Marxismus-Leninismus. Patrik Köbele würdigt den Kommunisten und Philosophen Holz als „eine lebende Manifestation der elften Feuerbachthese“: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Er vertrat und lebte eine Philosophie der Veränderung.

Hans Heinz Holz schrieb in der Nr. 1 von Theorie und Praxis im Jahr 2005 trotz der widrigen Zeiten voller historischem Optimismus, den er immer bewahrt hatte: „Ein neues Jahrhundert hat begonnen. Eine neue Generation will ihre Zeit verstehen, ihre Ziele bestimmen, ihrem Leben Sinn und Sicherheit geben. Die Welt muss von Menschen gestaltet werden, deren Zukunft noch vor ihnen liegt. Die die Erfahrungen des Kampfes gegen den Faschismus und des Aufbaus des Sozialismus gemacht haben, können ihnen mit ihrem Rat zur Seite stehen.

Klar muss nur sein, dass es ums Morgen geht, in dem der Sozialismus nicht nur möglich sein, sondern wirklich werden soll. Dies wollen wir mit allem Optimismus festhalten. Denn das Alte darf nicht bleiben und die Menschheit wird die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringen!“ Das rufen wir allen jungen Revolutionären zu. Studiert ihn, lernt von ihm, organisiert euch, passt euch nicht an, kämpft!

Gegen die Behauptung, der Meinungsstreit innerhalb der DKP sei bloße Nabelschau, er lähme und sei schädlich für das praktische Handeln der Partei, nimmt Daniel Bratanovic in seinem Artikel „Einheit von Theorie und Praxis – Organisationsprinzip der KP“ Stellung. Die Feststellung, dass die Partei von den zunehmenden Zweifeln am Kapitalismus angesichts der Krise kaum profitiere, darf nicht dazu führen, sich dem linken Mainstream anzupassen, sondern sollte eher zur Überprüfung des bisherigen Auftretens der Partei führen.

Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Fortsetzung der Diskussion um die antimonopolistische Demokratie mit Hans-Peter Brenner und Renate Münder, die auch die Forderungen, die sich daraus für eine antimonopolistische Strategie im Zeichen der Krise ergeben können, untersucht. Zu den Antworten der Linken auf die Euro-Krise lesen wir von Andreas Wehr, wie er die Möglichkeiten des Widerstands beurteilt. Und die Strategie der Portugiesischen KP stellt Frank Bochow, ehemaliger Botschafter der DDR in Lissabon, dar.

Um der Beantwortung der Frage näher zu kommen, wie die Gewerkschaften ver.di und IG Metall sich zur Kriegsund Rüstungspolitik des deutschen Imperialismus stellen, untersucht Renate Münder die entsprechenden Anträge sowie die Debatte auf dem ver.di-Bundeskongress; und Peter Willmitzer stellt die kritiklose Haltung des IG Metall- Vorstands zur Rüstungsindustrie bloß, die in der Praxis darauf hinausläuft, zur Rettung der Arbeitsplätze mehr Mittel für den Rüstungsetat von der Bundesregierung zu fordern.

Beim Literaturtipp stellt Herbert Münchow das Buch Arbeitende Klasse in Deutschland. Macht und Ohnmacht der Lohnarbeiter vor, dessen Kern Artikel zur Klassenanalyse bilden. Und schließlich liefert Männe Grüß im Rahmen der Rubrik Wie muss sich die DKP verändern eine Einschätzung des Wahlkampfs der Partei in Berlin; die gleiche Aufgabe stellen sich Andreas Hartle und Johannes Magel zu den Kommunalwahlen in Hannover.

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