Gedenkveranstaltung für Hans Heinz Holz: Wie politisch kann ein Philosoph sein?

Posted on 19. Februar 2012 von

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von Ursula Vogt

Wie politisch kann ein Philosoph sein? Wie politisch muss ein Philosoph sein?
Oder: Ist Philosophie nur was für Philosophen?

Rede auf der Gedenkveranstaltung für Hans Heinz Holz – Regensburg, 3. Februar 2012

 

Philosophie trauen sich viele nicht zu. Oder halten sie für sich persönlich für nicht bedeutsam. Ist nur eine Sache für ein paar Verkopfte. Es gibt genügend Philosophen, die dieses Klischee befördern, indem sie sich auf Talk-Shows herumreichen lassen und ab und an große Werke in die Welt werfen, die sowieso und möglichst kaum einer versteht.

Warum wir als politisch denkende und handelnde Menschen Philosophie brauchen und welche Philosophie wir brauchen – darüber will ich jetzt sprechen. Darüber, was wir dafür von Hans Heinz Holz lernen können.

Ich möchte die politische und praktische Bedeutung der Philosophie von Hans Heinz Holz darlegen. Dazu gehe ich auf folgende Punkte ein:

  1. Jedermann hat eine Weltanschauung.
  2. Politische Philosophie
  3. Theorie und Praxis
  4. Warum wir die Welt erkennen und verändern können: Das Allgemeine und das Einzelne

 

 

  1. Jedermann hat eine Weltanschauung

„Eine Weltanschauung“, sagt Hans Heinz Holz, „eine Weltanschauung hat jeder Mensch – mehr oder weniger bewußt, mehr oder weniger umfassend, mehr oder weniger kohärent: ohne eine Weltanschauung – eine „Jedermannsphilosophie“, wie Antonio Gramsci sagte – könnte kein Mensch die unzähligen Eindrücke, die er täglich verarbeiten muß, zu einem Bild zusammenfügen, in dem er sich selbst einen Ort zuweist und auf das hin er sein eigenes Tun einrichtet. Der Marxismus ist, wie jede Philosophie und auch die „Jedermannsphilosophie“, ein Orientierungswissen oder – wie ich lieber sagen möchte – ein Orientierungsmodell. Seine Besonderheit ist, daß er nicht nur das – gleichsam vom Handeln der Menschen unabhängige – „objektive“ Wissen bietet, sondern das interessengeleitete Handeln der Menschen als ein Moment in das Modell einbezieht, das darum auch als sich ständig verändernd gedacht werden muß. Daher ist der Marxismus nicht nur Wissen von der Geschichte, sondern geschichtliches Wissen.“1

Für Hans Heinz Holz ist die Frage, welche praktische Bedeutung Philosophie hat die Frage nach der Verantwortlichkeit der Philosophie für die Zementierung oder die Überwindung bestehender Verhältnisse. Die Frage nach der Verantwortlichkeit der Philosophie stellt sich nicht als moralischer Gestus, sondern sie ergibt sich zwingend aus der geschichtlich-ontologischen Struktur des Denkens.

 

Denken ist immer ein Denken des Seins – in zweifacher Hinsicht: Das Sein bringt das Denken hervor –

und das Denken hat das Sein zum Gegenstand und Inhalt.2

Philosophie ist die höchste Reflexionsgestalt des Denkens. Sie ist das Denken des Denkens, das Denken über Denken, systematisierendes Denken und damit Denken des Gesamtzusammenhangs. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das das kann. Philosophie ist Widerspiegelung des Ganzen.

 

  1. Politische Philosophie

Politische Philosophie ist Politik, nämlich eingreifendes Begreifen der Polis, also der Gesellschaft, also des menschlichen gemeinschaftlichen Lebens.

Philosophie „… bedenkt die Bedingungen der Kritik des Geschehens und des Geschehenen und des Entwurfs des zu Gestaltenden.“3 Will heißen: Um die aktuellen Zustände, die aktuellen Missstände zu begreifen brauche ich eine Gesamtschau. Ich brauche eine Theorie, die mir die Geschichte erklärt, die mir das Entstehen der jetzigen Zustände erklärt, die es mir möglich macht, die aktuellen Verhältnisse zu begreifen und die es mir möglich macht, die Zukunft zu denken. Diese Theorie war für Hans Heinz Holz der Marxismus-Leninismus.

Philosophie ist immer Reflexion ihrer Zeit und Denken des Neuen. An vielen Beispielen hat Hans Heinz Holz das aufgezeigt, z.B. anhand der bürgerlichen Revolution und der großen Gedanken, die ihr vorausgingen und ihr entsprangen. Oder in seinem Buch „Die große Räuberhöhle“, wo er Religion und Klassenkämpfe im christlichen Mittelalter untersuchte. Hier schreibt er: „So sind die Klassenkämpfe vergangener Zeiten mit dem Übergang zu einer neuen Epoche nicht einfach abgetan. Es bleibt der kämpferische Impuls, der Mut und die Opferbereitschaft der Menschen unterdrückter Klassen beispielhaft für spätere Generationen; wir lernen aus der Erkenntnis der Widersprüche, die in geschichtlichen Prozessen wirken, und aus den Fehlern, die gemacht wurden.“4

Dieses Wissen hat es ihm auch möglich gemacht in den Jahren nach 1989/90, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, nach der Einverleibung der DDR, die Ereignisse zu analysieren und sie zu sehen als ein Bestandteil, als eine Etappe – und nicht das Ende!! – des Ringens der Menschen um eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Diese Zuversicht, diese „kenntnisreiche Hoffnung“, wie Ernst Bloch es formulierte5, hat er vermittelt bei Konferenzen, in Büchern, bei Vorträgen. So haben wir ihn hier in Regensburg kennengelernt. Hans Heinz Holz hat es uns – wie so vielen anderen auch – ermöglicht, den Kopf oben zu behalten. Klarheit und Mut – das war es, was wir damals so dringend nötig hatten.

Klar und deutlich hat Hans Heinz Holz das Gebäude dargestellt, gegen das die Bourgeoisie ihre Attacken ritt und dessen Mauern sie scheinbar eingerissen hatte. Die Niederlage war so fürchterlich. Verwirrung und Verzweiflung so greifbar. Klarheit so notwendig.

Das Grundmuster unserer Weltanschauung, wie Hans Heinz Holz es prägnant in dem in viele Sprachen übersetzten Buch „Niederlage und Zukunft des Sozialismus“ darstellte:

  • Erstens: Ausgangsthese: Materialität der Welt.
  • als Zweites: Dialektik als Lehre von der Veränderung und Entwicklung, von den Widersprüchen und ihrer Bewegung miteinander und gegeneinander, von der Wechselwirkung im Gesamtzusammenhang.
  • Und Drittens die Erkenntnis, dass die menschliche Gattung sich durch Produktion reproduziert und die daraus folgende Erklärung der Menschheitsgeschichte aus der Produktivkraftentwicklung und ihrer Organisation in den Produktionsverhältnissen.

Dieses Grundmuster ist weitmaschig genug um differenzierte im Einzelnen auch gegensätzliche Konzepte aufnehmen zu können und um für neue Aspekte offen zu sein.6

Wie können und müssen sich Kommunisten mit dieser Niederlage auseinandersetzen? Für Hans Heinz Holz als Kommunist, für ihn als Philosoph war klar, dass der Aufbau des Sozialismus ein langer und widerspruchsvoller Prozess ist. Und der geifernden Empörung über die Gräuel der Revolution, die Verbrechen der sozialistischen Staaten, dem Kampfschrei „Stalinismus“ hielt er die geschichtliche Tatsache entgegen, dass jede Geburt einer neuen Zeit schmerzhaft ist – das betrifft die Frage der Rolle der Gewalt in der Geschichte -, und dass die Verteidiger des Alten und die Konterrevolution noch allemal grausamer waren und mehr Menschen das Leben gekostet haben, als jedwede Revolution. Sein Freund Domenico Losurdo, Professor für Philosophie an der Universität Urbino, stellt hierzu klar: „Was indes die historische Bilanz betrifft, werden jene Momente oder Perioden, in denen die Herrschaft der Bourgeoisie gestürzt worden ist oder Gefahr lief, gestürzt zu werden, mit Barbarei oder Verbrechen gleichgestellt. … Die subalternen Klassen werden dazu aufgefordert, ihre Lage zu akzeptieren bzw. zu ertragen, weil sie jedes Mal, wenn sie versucht haben, diese zu ändern, nur Gräuel und Trümmerhaufen hervorgebracht hätten.“7 So soll uns also nicht nur die Zukunft, sondern auch unsere Geschichte geraubt werden.

Da können wir uns noch so sehr Distanzieren und Asche aufs Haupt streuen – die Bourgeoisie mag es nun mal nicht, wenn man ihr an die Herrschaft geht. Das hatten wir letztes Jahr deutlich in der Debatte um die Vorsitzende der Partei Die Linke, Gesine Lötzsch; das haben wir jetzt gerade wieder von dem CSU-Generalsekretär Dobrindt verpasst bekommen.

Bürokratismus, Dogmatismus, Verbrechen – solcher Müll fliegt uns um die Ohren, und umso mehr, als sich der Kapitalismus zunehmend als unfähig erweist, den Menschen eine Zukunft zu geben. Dagegen helfen nur klare Positionen. Hans Heinz Holz dazu: „Daß die Sicherung einer Revolution, wo immer sie stattfinden mag, nur durch die Errichtung eines in seinen wesentlichen Zügen sozialistischen Regimes, und das heißt mit den Mitteln der Diktatur des Proletariats möglich ist, scheint mir evident.“

Zum Nachdenken darüber brauchen wir keine Dobrindts. Das erledigen wir selber. Hans Heinz Holz hat in seinem Buch „Kommunisten heute“ viele Antworten gegeben und vor allem gute Fragestellungen aufgeworfen. So schreibt er in Fortsetzung seines oben zitierten Bekenntnisses zur Diktatur des Proletariats:

„Um aber die darin liegenden Gefahren der Deformation zu bannen (deren Beispiele wir in der Vergangenheit erlebt haben), brauchen wir eine Theorie der Organisationsformen von Staat und Gesellschaft in Ländern, die nicht von der Stufe des Staatsrechts in voll entwickelten bürgerlichen Gesellschaften ausgehen können.“8 Und: „Vorrevolutionär kämpfen wir gegen ein bestehendes Herrschaftssystem; nach der siegreichen Revolution müssen wir Herrschaft ausüben mit dem Ziel, eine herrschaftsfreie Gesellschaft herzustellen …“9 Das sind nur einige Gedankensplitter, die vor allem in seinem Buch „Kommunisten heute“ dargelegt sind. Da verbindet sich trefflich Analyse und Utopie im besten Sinn des Wortes, nämlich als Vorstellung einer Zukunft jenseits des Kapitalismus. Die es ja – laut Kapital, seiner Presse und seinem Personal – sprich der Regierung – nicht gab, nicht gibt, nicht geben darf und nicht geben wird.

Die Wahrheit einer Theorie erweist sich in der Praxis. Keine Sekunde lang fiel Hans Heinz Holz auf die Mär vom friedlichen Kapitalismus herein, der nun – des bösen sozialistischen Gegners beraubt – sich immerwährend zu Frieden und Wohlstand weiterentwickeln werde. Heute, gut 20 Jahre später, sehen wir alle, wie viel Friede und Wohlergehen uns dieser Kapitalismus beschert.

 

  1. Theorie und Praxis

Es ist eine weit verbreitete Meinung (auch in meiner Partei), dass man als fortschrittlicher Mensch gar keine Zeit habe, sich mit der Theorie zu beschäftigen, weil man praktisch so viel zu tun habe. Das ist nun eine sehr verkürzte Vorstellung von Praxis. Philosophie ist kein Bildungsstudium, sondern die Praxis veränderndes Denken. Denn menschliche Praxis ist die Auseinandersetzung mit der Natur (also wie wir essen, wohnen, arbeiten, produzieren, lieben, Kinder groß ziehen …) und in diesem Prozess gesellschaftliche Tätigkeit (weil wir Menschen hierbei zusammenarbeiten). Ohne revolutionäre Theorie gibt es keine revolutionäre Praxis.

Politische Arbeit war für Hans Heinz Holz immer organisierte Arbeit. Aus der klaren Erkenntnis heraus, dass sich Menschen zusammenschließen müssen, um etwas Neues zu erreichen und dass der Einzelne sich nur finden kann in Kollektivität mit anderen, war Parteilichkeit logische Konsequenz (und somit auch seine Mitgliedschaft in der DKP). Für ihn als Wissenschaftler war es selbstverständlich, dass er sich mit anderen Wissenschaftlern zusammenfand, den Diskurs und auch die Polemik suchte. Praktisch manifestierte sich das z.B. so, dass 1991 Hans Heinz Holz mit anderen Philosophen ein Kolloquium durchführte, wo und man sich über die „Zukunft des Marxismus“10 verständigte. Es waren Denker wie Hans Heinz Holz, die dafür Sorge trugen, dass das theoretische Wissen nicht verloren ging und die Neugestaltung der Zukunft in Angriff genommen wurde.

Dass er Philosophie als politische begriff hatte auch zur Folge, dass Hans Heinz Holz ein ausgezeichneter Lehrer und Vortragender war. Er hat uns auf mehreren Veranstaltungen hier in Regensburg sein Wissen so dargelegt, dass wir es verstehen konnten (naja, zumindest eine ganze Menge davon). Er hat erreicht, dass wir Denken als überaus erfreuliche Angelegenheit schätzen lernten.

In die Debatten in der DKP – gleich nach 1989/90 und dann später in der Debatte um das neue Programm – mischte er sich wortgewaltig und organisierend ein. Eckpfeiler der Theorie (wie z.B. die Frage, ob mit der Globalisierung und dem Neoliberalismus Lenins Theorie vom Imperialismus hinfällig sei. Ist sie natürlich nicht) verteidigte er dabei streitbar. Ein Meister der Polemik (als streitbare Auseinandersetzung) – und dabei nie persönlich, so heftig er auch selbst auf hohem wie auch auf unterstem Niveau angegriffen wurde.

 

  1. Wie wir uns in der Welt wiederfinden: Das Allgemeine und das Einzelne

Nun darf man sich Hans Heinz Holz nicht so vorstellen, als hätten ihn nur die ganz großen Weltläufte beschäftigt. Er wäre ein schlechter Kommunist gewesen, wenn er nicht hätte erfassen können, wie das Einzelne und somit auch der und die Einzelne sich im Allgemeinen wiederfindet – und umgekehrt: wie sich das Allgemeine im Einzelnen zeigt.

Das lässt sich herunterbrechen auf ganz konkrete Fragestellungen. In vielen Aufsätzen und Arbeiten spricht er aktuelle Untaten an, die ein Mensch dem anderen antut. Guantanamo, der Krieg gegen den Irak, der CIA-Putsch in Chile, die Todesurteile in den USA – es ließ ihn nicht kalt. Er, der als 17-Jähriger in Gestapo-Haft saß, er, der nach 1945 das Grauen in den Augen der Befreier von Buchenwald und Dachau und Mauthausen und all der anderen KZs der Nazis gelesen hatte, schrieb dazu. „Wir müssen begreifen, welches System gesellschaftlicher Verhältnisse Menschen zu solchen Tätern macht.“11 Und er ist leidenschaftlich, so wie „ Marx und Engels die Leiden der Ausgebeuteten und Unterdrückten empfunden haben und die Amoralität und Unmenschlichkeit bourgeoiser Herrschaftspraktiken haßten“12. Doch die Leidenschaftlichkeit muss sich der Wertung enthalten. Es geht um die „Erkenntnis der immanenten Gesetzlichkeiten der Geschichte“13. Nostalgie ist nicht angebracht. „Die Einsicht in die Dialektik der Widersprüche ersetzt die moralisch-humanitäre Wehklage.“14 Hans Heinz Holz gestand nicht einmal dem Genie diese „exzessive Selbstüberhöhung des Ichs – und natürlich immer zuerst des eigenen -“ zu. Sie ist „ein romantischer Gestus“15.

Wie unzureichend, ja, wie irreführend unanalytische Betroffenheit ist, sehen wir an der aktuellen Betroffenheiterei angesichts der Morde der Zwickauer Nazizelle. Das Ausmaß entsetzt – doch wer den Gesamtzusammenhang zu denken versteht, wer weiß, wie sich Nazi-Juristen, Nazi-Geheimdienstler (Gehlen!), Nazi-Polizisten usw. und vor allem Nazi-Finanzierer wie Flick und Konsorten alsbald in der BRD wieder bräsig machten; wer die unseligen Debatten von Rechts = Links in immer neuen Auflagen zum hundertsten Male anhören muß – der weiß, dass diese mordende Bande ins Kalkül der politisch herrschenden Kaste gehört.

Und wo finden wir uns? Wir, die wir uns dem Guten, dem Gemeinwohl verschrieben haben? Unsere Individualität, unsere Verantwortung geht weit über das hinaus, was uns die herrschende Meinung als „Individualismus“ zugesteht. Den mag die Bourgeoisie preisen – vereinzelte Individuen sind leicht zu beherrschen. Wenn wir aber Hans Heinz Holz in seinen Gedanken folgen, dann ist „jedes Seiende nichts anderes als das unendliche Universum in seiner gespiegelten Form. Darum ist nicht das Einzelne das Wesen der Materie, sondern der universelle Gesamtzusammenhang alles Seienden“16. Ich darf mich getrost als kleines Rädchen, als Monade im großen Ganzen betrachten. Und entziehe mich mit dieser Weitsicht versehen dem mir von den Herrschenden angetragenen Sturm im Wasserglas der eigenen kleinen Interessen und Befindlichkeiten. Ich weiß um meine eigene Bedeutung, die nur im Zusammenleben mit anderen sich entfalten kann. „Rationales Verhalten ist durch theoretische Einsicht gesteuert. Theorie übergreift die Praxis, sie hat einen jederzeit für Praxis aktivierbaren Inhalt.“17

Zum Schluss noch einmal hierzu Hans Heinz Holz: „Damit dieses Gute ein gemeinsames bonum ein commune bonum sei muß jeder in der Ausbreitung seines individuellen Begehrens auf die anderen Rücksicht nehmen, sich also durch sie beschränken lassen. An welcher Grenze, in welchem Zusammenhang das, was für den einzelnen gut ist, für andere oder für alle anderen schädlich wird, steht nicht ein für allemal fest, sondern ergibt sich aus den Umständen. Es muß aus der Analyse der Verhältnisse und der Verständigung über die Zielsetzungen ermittelt werden. Das ist das Geschäft der Vernunft. Sie klärt, was als das commune bonum Priorität vor den individuellen Interessen beanspruchen kann und wie die individuellen Interessen unter möglichst geringen Einschränkungen miteinander zusammenstimmen können. Die Praxis dieses Interessensausgleichs ist die Politik. Die theoretische Begründung erarbeitet die Philosophie.“18

Bleibt noch zu sagen: Der Denker, der Lehrer, der Freund, der Kampfgefährte – Hans Heinz Holz fehlt uns ungemein.

 

 

1 Holz, H.H: Niederlage und Zukunft des Sozialismus, S. 72

2 Siehe: Holz, H. H.: Zwei Reden. Dankesrede aus Anlass der Verleihung des Ehrendoktors der Universität Urbino, 2.5.2002, S. 58

3 Holz, H.H.: Von Hegel zu Marx, Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie, Band 1, S. 7

4 Holz, H.H.: Die große Räuberhöhle, S. 9

5 Siehe Bibliografie, F.M. Balzer, V.3, S. 171

6 Holz, H.H.:: Niederlage und Zukunft des Sozialismus, S. 72

7 Domenico Losurdo: Flucht aus der Geschichte?, S. 83

8 Hans Heinz Holz: Kommunisten heute, S. 52

9 a.a.O., S. 52

10 Losurdo, D. (Hrsg.): Zukunft des Marxismus. dialectica minora Heft 10, 1995

11 Holz, H.H.: Zwei Reden. Vortrag aus Anlass seines 75. Geburtstags in der Marx-Engels-Stiftung, Wuppertal, 2.3.2002, S. 13

12 Holz, H.H.: Von Hegel zu Marx. Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie, Band 1, S. 225

13 a.a.O., S. 226

14 a.a.O., S. 226

15 Hacks/Holz: Nun habe ich Ihnen doch zu einem Ärger verholfen. S. 128. Für Peter Hacks zum 70. Geburtstag

16 Hüllinghorst, A.: Denker des Ganzen. junge welt 13.12.2011

17Holz, H.H.: Von Hegel zu Marx, Bd. 1 von Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie, S. 235

18 Holz, H.H.: Zwei Reden. Vortrag aus Anlass des 75. Geburtstages, Marx-Engels-Stiftung, Wuppertal, 2.3.2002