Demokratie, die nicht am Werkstor endete

Posted on 24. April 2012 von

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von Dr. Adolf Eser*

(ungekürzte Fassung des Artikels in T&P 28)

Sozialistische Demokratie und Mitbestimmung in den Betrieben der DDR am Beispiel des VEB Chemiekombinat Bitterfeld-Stammbetrieb

Die DDR war für mich die größte Errungenschaft der Arbeiterbewegung in Deutschland seit dem Fall des Sozialistengesetzes, weil dem Kapital nicht nur einige Vergünstigungen abgetrotzt wurden, sondern die Menschen in der DDR sich von Ausbeutung und Krieg befreit hatten.

Die DDR war ein „Kind der Nachkriegsgeschichte“. Sie war zunächst die Schlussfolgerung und der Wille der in den Zuchthäusern und KZ der Nazis gedemütigten und gequälten Antifaschisten in Gesamtdeutschland. Sie hatten damals wohlwollende Unterstützung bei der siegreichen Sowjetunion, die die Beschlüsse der Alliierten von Jalta und Potsdam umgesetzt hatte. Nach dem Tod von Roosevelt hatten die Westmächte unter Truman und Churchill daran kein Interesse mehr und fanden in den unverbesserlichen Altnazis, dem Adel, den Banken und Industriellen, denen jedes Unrechtsbewusstsein fehlt, gute Verbündete, um dies in ihren Besatzungszonen mit eisernem Vorhang und rol bag im „kalten Krieg“ zu verhindern. Mit der separaten Währungsreform wurde Deutschland de facto gespalten und 1949 hat Adenauer die Ostdeutschen mit der Gründung der BRD quasi im Stich gelassen.

So wurde am 7. Oktober 1949 die DDR gegründet.

Recht wurde für alle Bürger durch eine antifaschistische, antimilitaristische, antiimperialistische, vom dritten deutschen Volkskongress am 30. Mai 1949 bestätigte, von der ersten Volkskammer am 7. Oktober 1949  beschlossenen Verfassung und darauf fußenden Gesetzen gesetzt. „Das Recht kann nie höher sein als die ökonomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft“, heißt es bei Karl Marx, weshalb die Verfassung diesem Fortschritt der ökonomischen Gestaltung der Gesellschaft entsprechend mehrfach fortgeschrieben und stets mit großer Mehrheit von der Bevölkerung gebilligt wurde. Im Artikel 1 war bestimmt, dass die DDR ein Staat der Arbeiter und Bauern, die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei ist. Auf dieser Grundlage, die den Gewerkschaften im Kapitel 3 als Interessenvertreter der Werktätigen, als soziale Institution, als solidarische Gemeinschaft, bereits umfassende Rechte einräumte, entstand 1977 das Gesetzbuch der Arbeit, das 1981 überarbeitet und vom Parlament (Volkskammer) beschlossen wurde.

Das Grundgesetz hat nie ein Verfassungsreferendum durch den mündigen Bürger erlebt.

In der BRD wurde nicht enteignet, wie es der alliierte Kontrollrat vorsah, sondern bestenfalls entflochten. Deshalb war und ist die DDR seit dem der „Unrechtsstaat“.

Die DDR hat damals die Reparationen für Deutschland zu 97% u.a. durch Demontagen der Rüstungsbetriebe an die UdSSR entrichtet. Nach der Rückgabe der demontierten SAG-Betriebe an die DDR, der Beseitigung der Kriegsschäden sowie der durch die deutsche Teilung entstandenen riesigen Disproportionen in Industrie und Verkehrswesen begann mit der schrittweisen Überwindung der kapitalistischen die Herausbildung sozialistischer Produktionsverhältnisse, die noch die Muttermale der alten Gesellschaft trugen. Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung war das Verteilungsprinzip. Es konnte aber nur verteilt werden, was vorher ohne Marshallplan und sonstige Hilfen aus eigener Kraft erarbeitet worden war. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit war Verfassungsgrundsatz.

Das traf selbstverständlich auch auf das Chemiekombinat Bitterfeld zu, in dem ich 30 Jahre tätig war. Dieser volkseigene Betrieb entstand aus der IG Farben Betriebsgemeinschaft Bitterfeld zunächst als Sowjetische Staatliche Aktiengesellschaft. 1954 wurden daraus der VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld und der VEB Farbenfabrik Wolfen. Später, ab 1969 firmierten beide als VEB Chemiekombinat Bitterfeld mit dem Stammbetrieb in Bitterfeld, dem noch weitere fünf ökonomisch und juristisch selbstständige Betriebe zugeordnet waren und der 1990 auf eine fast einhundertjährige Geschichte blicken konnte. 17500 Mitarbeiter produzierten 1989 ca. 4000 Verkaufserzeugnisse, Hüttenaluminium, anorg. und org. Grundchemikalien, Ionenaustauscher, org. Farbstoffe, haushaltchemische Konsumgüter u.v.a.m. in 129 produzierenden Kostenstellen auf einer Fläche von 12 km² für Inland und Export mit einem Grundfondsbestand von ca. 9,7 Mrd.M. Im Zeitraum von 1950 bis 1990 wurden insgesamt Investitionen in Höhe von 8 Mrd. M. getätigt und 20 alte, die Umwelt belastende Produktionsanlagen stillgelegt bzw. durch Neuanlagen ersetzt. Die modernste Neuanlage wurde 1988 als Ersatz einer Altanlage aus dem Jahr 1915 in Betrieb genommen. Sie hat über 1 Mrd. Mark gekostet. Zum 31.12.1989, dem letzten Erfolgsjahr, hat der Stammbetrieb einen Umsatz von 4.646,6 Mrd. M ausgewiesen, der einem Wert von 2.265,8 Mio. DM oder 1.158,8 Mio. € entsprochen hätte. Nach Abzug aller Kosten betrug der Gewinn 164 Mio.M

Das war unser Beitrag zur Bruttoinlandsproduktgröße pro Kopf der Bevölkerung in Höhe von 8.114.32 Ecu trotz des „Embargos und des Marshallplanes, der schärfsten und langfristig wirksamsten Waffe auf dem wirtschaftlichen Schauplatz“, wie Prof. Abelshauser feststellt. Im Rahmen der 1988 zur EG gehörenden Länder wäre dies der 9. Platz, mit relativ geringem Abstand zu Großbritannien mit 9000 Ecu, beträchtlich vor Spanien mit 6.130 Ecu. Griechenland mit 3.800 Ecu und Portugal mit 3.090 ECU gewesen. (s.a. Wenzel, S 62).

Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb wurden durch die ständige Einbeziehung der Mitarbeiter in das Plangeschehen, durch den Wettbewerb von Schicht zu Schicht, Kollektiv zu Kollektiv, die aktive Einflußnahme der Gewerkschaften und deren Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern und der Parteiorganisation gewährleistet. Die Rechte der Werktätigen und ihrer Interessenvertretung durch die Gewerkschaften, bei uns war es die Industriegewerkschaft Chemie, Glas und Keramik, und anderer gesellschaftlichen Organisationen, wie z.B. Frauenbund, Jugendorganisation, waren in der Verfassung und dem Gesetzbuch der Arbeit verbindlich geregelt. Die Gewerkschaft hatte verbürgte Rechte, unter anderem für die Verwendung von Lohn- und Prämienfonds, den Gesundheils- und Arbeits­schutz, die Einhaltung des Ar­beitsrechts, die Prozessvertretung in Arbeitsrechtsstreitigkeiten bei Gericht und es fiel ihnen auch die Zustimmung der gewerkschaftlichen Mitgliederversammlung zu den Planentwürfen der Betriebsleitungen und den erreichten Planergebnissen zu. In jedem Frühjahr hat der Generaldirektor vor 1000 Vertrauensleuten im großen Saal des Kulturpalastes, dem damals schönsten und größten Kulturhaus eines Industriebetriebes, in seinem Rechenschaftsbericht die Planergebnisse erläutert und zur Abstimmung gestellt

Von den etwa 17.500 Arbeitern, Angestellten und Angehörigen der Intelligenz waren 99,2% in der Gewerkschaft und 24% in der SED organisiert.

Zur Wahrnehmung der Interessen ihrer Mitglieder hatte die Gewerkschaft einen hauptamtlichen Kreisvorstand mit 20 von den Mitgliedern gewählten Betriebsgewerkschaftsleitungen (BGL) mit ca. 330 gewählten Leitungsmitgliedern in den 9 Fachdirektionsbereichen. In den nachgeordneten Abteilungsgewerkschaftsleitungen (AGL) gab es etwa 905 gewählte Leitungsmitglieder. Außerdem hatten die Gewerkschaftsmitglieder in den BGL, AGL und Gewerkschaftsgruppen sachkundige ehrenamtliche Mitglieder in verschiedene Kommissionen gewählt.

So z.B. 850 Bevollmächtigte der Sozialversicherung, 900 Kulturfunktionäre, ca. 860 Arbeitsschutzobleute, ca 939 Vertrauensleute und etwa 650 Mitglieder in Konfliktkommissionen, die in Rechtsangelegenheiten bei kleineren Verstößen gegen geltendes Recht mit den Juristen des Kombinates ohne Staatsanwalt tätig wurden. Insgesamt waren etwa 4200 Gewerkschaftsmitglieder in ehrenamtlichen gewerkschaftlichen Kommissionen im Stammbetrieb tätig. Sie haben auch in Übereinstimmung mit den betrieblichen Urlaubsplänen über die Vergabe der 10.000 Ferienplätze in den 8 betriebseigenen Ferienheimen und die 9000 vom FDGB Feriendienst für das In- und Ausland bereitgestellten Ferienplätze entschieden..

Durch Verträge mit Partnerunternehmen in der CSSR, in Ungarn und Polen wurde der internationale Urlauberaustausch organisiert. In diesen Fällen waren auch konkrete Wettbewerbe zwischen Arbeitskollektiven die Grundlage.

Das traf auf den Wettbewerb zwischen den Bitterfelder Aluminiumwerken und dem Aluminiumwerk in Wolgograd (Stalingrad) und dem Chemiewerk in Ufa zu, dessen Träger die Gewerkschaft war.

Aktive Solidarität war selbstverständlich und es war ein Herzensbedürfnis für jedes Gewerkschaftsmitglied, monatlich mit dem Beitrag einen Solidaritätsanteil zu entrichten, der den Hilfsbedürftigen in aller Welt zugute kam. Aktive Solidarität leisteten wir gegenüber solchen Ländern, wie z.B. Kuba, Mocambique und Vietnam durch die kostenlose Ausbildung von Facharbeitern im Werk.

Die Gewerkschaften waren als Interessenvertreter ihrer Belegschaften Verbündete und standen der Betriebsleitung, die in der Regel auch in der Gewerkschaft organisiert war, nicht feindlich mit utopischen Forderungen gegenüber. Konflikte aller Art, die es natürlich immer gab, wurden im Konsens durch gemeinsames Handeln gelöst. Die Verantwortung für alles, was im Betrieb geschah, blieb dennoch bei den Betriebsleitern, dem Generaldirektor, den Fach- und Bereichsdirektoren, Abteilungsleitern, usw.  Sie waren durch Beruf, Studium und langjährige Betriebszugehörigkeit entsprechend qualifiziert und zum Teil aus der Arbeiterklasse hervorgegangen. Alle Mitarbeiter wussten, dass Demokratie und Freiheit im Betrieb dort aufhören mussten, wo Gesetze, Betriebs- und Arbeitsordnungen sowie technische Regeln, denen die Chemieproduktion unterliegt, und Arbeitsschutzvorschriften, äußerste Disziplin im Interesse der Allgemeinheit verlangen und auch dann, wenn das Ziel der Produktion, der Plan, nach reiflicher Diskussion zum Gesetz des Handelns im Betrieb geworden ist. Arbeitsauftrag und Wettbewerbsprogramm bildeten eine Einheit und waren allen Belegschaftsmitgliedern bekannt, weil bei Erfüllung und Übererfüllung auch Prämien aus dem Prämienfonds des Betriebes gezahlt wurden.

Das bezog sich nicht nur auf die materiellen Kennziffern wie Warenproduktion, sondern
auch auf die geplante Effektivität (Kosten, Material und Energieverbrauch, Fehlchargen u.ä), das Unfallgeschehen, Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit im Betrieb, Teilnahme am kulturellen Leben und vieles mehr.

Im Wettbewerb der Arbeitskollektive spielte auch die Mitarbeit der Belegschaftsmitglieder im   Neuererwesen eine große Rolle. Jährlich gab es 4000-5000 Neuerervorschläge, die auch

vergütet worden sind.

So war das Schöpfertum und die materielle Interessiertheit der Arbeiter, Angehörigen der Intelligenz und Angestellten mit der Planerfüllung, der Modernisierung, Rationalisierung und  Erneuerung der Produktion unabhängig von den Leistungen der Forschung, für deren Finanzierung ca. 3,5 % vom Umsatz ausgegeben wurden, verbunden. Dazu zählte auch die Anwendung der Rechen- und Robotertechnik. Sie war seit 1964 ein erfolgreiches Rationalisierungsmittel.

Wir hatten auf dem Gebiet der modernen Biotechnologie als Weg zur höheren Veredelung verfügbarer bzw. einheimischer Rohstoffe geforscht und 1985 erste bemerkenswerte, überführungsreife Ergebnisse erreicht, um langfristig einen Beitrag zur Verringerung der Abhängigkeit unserer Produktion von Kohlenwasserstoffen (Öl) zu leisten.

Es war dennoch nicht zu leugnen, dass die einhundertjährige Chemiegeschichte des Stammbetriebes tiefe Spuren hinterlassen hat, die sich in bestimmten Umweltentwicklungen, Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsinhalten widerspiegelten und in den knapp 40 Jahren der volkseigenen Zeit nur schrittweise mit gemeinsamer Anstrengung überwunden werden konnten.

Deshalb unterstützte die Gewerkschaftsorganisation alle Anstrengungen, die Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Mitglieder ständig zu verbessern. Dazu gehörte die Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsumwelt wie z.B. auch die Begrünung des Umfeldes ihrer Betriebe, die als Pflegeverträge mit der Werksgärtnerei im Wettbewerbsvertrag vereinbart waren, und auch die Pausenversorgung. Täglich nahmen 12.000 Mitarbeiter aus dem Werk an der Gemeinschafts­verpflegung in den 12 Spei­sehäusern in allen Betriebsteilen teil, in denen warme Mahlzeiten zum Preis von 0,50 M, 0,90 M und ein Wahlessen, das sog. HO-Essen für ca. 2,50 M „rund um die Uhr“ gekocht und verabreicht wurden. Dazu kamen täglich noch mehrere Tausend Essenportionen für Kindereinrichtungen, Veteranenklubs und Kleinbetriebe im Kreis. Unter anderem auch dazu wurden aus dem Kultur- und Sozialfonds finanzielle Mittel bereitgestellt.

Dieser Fonds wurde aus dem Umsatzerlös gebildet und betrug 1966 16,9 Mio.M und 1989 33,3 Mio.M.

Dieser Kultur- und Sozialfonds konnte nur mit Zustimmung der Gewerkschaft verwendet werden und wurde genutzt für Werksküchen 21,8%, Wohnungswirtschaft, Werkswohnungen 18,1%, Kinderbetreuung (werkseigenen Kindereinrichtungen) 3,8%, Gesundheit, u. soziale Betreuung, 22,2%, kulturelle Betreuung (Kulturpalast u. Klubhäuser, Gewerkschaftsbibliothek), 5,5%, Ferienbetreuung (eig. Heime, Urlauberaustausch) 11,9%, Sport- und Jugendbetreuung (Betriebssportgemeinschaft, ca. 800 bis 1000 Lehrlinge pro Jahr) 12,2%, Ehrungen, Auszeichnungen und Prämien 4,5%.

Neben den üblichen staatlichen Auszeichnungen sind 10 Jahre lang jeweils 200 verdienstvolle Mitarbeiter (Arbeiter, Angestellte, Angehörige der Intelligenz u.a.) mit einer Wolga-Don Schiffsreise ausgezeichnet worden, die auch zur Vertiefung der Freundschaft mit den Menschen in der Sowjetunion beigetragen hat.

Die soziale Verantwortung eines volkseigenen Betriebes für seine Arbeiter und Angestellten endete nicht am Werkstor. Zu den letzten Kommunalwahlen im Frühjahr 1989 waren im Stammbetrieb des Kombinates insgesamt 262 Belegschaftsmitglieder aller demokratischen Parteien und Organisationen, wie Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, Freier Deutscher Gewerkschaftsbund, Christlich Demokratische Union, Freie Deutsche Jugend, Liberaldemokratische Partei Deutschland, Demokratische Bauernpartei Deutschlands, Demokratischer Frauenbund Deutschlands, Kulturbund, Konsumgenossenschaften als Kandidaten für die Volksvertretungen auf allen Ebenen nominiert. Die Abgeordneten in den Parlamenten haben für die Städte Bitterfeld und Wolfen sowie für den Kreis Bitterfeld erhebliche Leistungen als vertragliche Vereinbarungen mit dem Kombinat durch Ratsbeschlüsse mobilisiert. Auf der Grundlage sog. Kommunalverträge waren dies u.a. zusätzliche Leistungen zur Sanierung und Begrünung ehemaliger Restlöcher und Kippen aus dem Bergbau und Schaffung der Naherholungszentren Fuhneaue und Reudener Busch, Spielplätze, stadtwirtschaftliche Dienstleistungen, wie Straßenreinigung, Unterstützung der Kleingartenanlagen, Betriebskostenzuschüsse für die Volksschwimmhalle, Straßeninstandsetzung und Unterstützung des geistig-kulturellen Lebens in den Kommunen sowie Bau eines  Fernwärmeringes durch die Wärmeauskoppelung aus den Kraftwerken des Kombinates und dem Braunkohlenkombinat zur Beheizung von 1830 Wohnungen in Bitterfeld und Sandersdorf und Senkung der Kohlendioxidemissionen, um nur einiges zu nennen.

Die jämmerliche Armut, von der heute die Kommunen betroffen sind, war bei uns ebenso unbekannt, wie insolvente Sportvereine, Kulturhäuser, Hartz 4, Leiharbeit, Arbeits- und Obdachlosigkeit.

Das Kombinat wurde Not leidend, als die Partei ihren Willen und die Fähigkeit zur Führung der Gesellschaft im 2. Halbjahr 1989 unter dem Druck der durch die KPdSU systematisch zerstörten „brüderlichen Beziehungen“ aufgegeben hatte und nach der Umwandlung in eine AG durch die Treuhandanstalt im Interesse der Besitzer der börsennotierten IG Farben Liquidationsanteilsscheine WKN575907 abgewickelt wurde..

Literaturhinweise:

  1. Karl Marx: „Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei“, (Gotha) in

Marx/Engels Ausgewählte Werke, Band IV, S.389, Dietz Verlag Berlin, 1972,

  1. anonym: „Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik“, aus Gesetzblatt der

Deutschen Demokratischen Republik, 1949, in Ingo Münch, Dokumente des
geteilten Deutschland, KRÖNER 391 und „Verfassung der Deutschen
Demokratischen Republik“ vom 9. April 1968, geändert per Gesetz vom

7. Oktober 1974, 8. Auflage 1989, Staatsdruckerei der DDR, Berlin,

  1. anonym: Arbeitsgesetzbuch, Textausgabe mit Einführungsgesetz, 1977 und 1981,

herausgegeben vom Bundesvorstand des FDGB und dem Staatssekretariat für

Arbeit und Löhne, Verlag Tribüne, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen

Republik;

  1. Adolf Eser: „Chemiekombinat war gestern“, Industrie- und Filmmuseum 2009, sowie
    weitere Betriebsinterne Unterlagen, Abschlussbilanzen, Statistiken zur

Betriebsgeschichte, usw. im Besitz des Autors, bzw. im Landesarchiv
Sachsen-Anhalt und Stadtarchiv  Bitterfeld.

  1. Siegfried Wenzel: „Was war die DDR wert? Versuch einer Abschlussbilanz“, Verlag
    Neues Leben, Berlin, 2000, S. 62 ff.,
  2. Werner Abelshauser, „Deutsche Wirtschaftsgeschichte von 1945 bis zur Gegenwart“,

S. 408, überarbeitete Auflage 2011, Verlag C:H: München, 2004.

*Der Autor war von 1984 bis 1990 Generaldirektor des volkseigenen Chemiekombinates Bitterfeld und hat eine typische DDR-Biografie: vom Maschinenschlosser zum Diplomingenieur und promovierten Ökonom mit 40 Jahren FDGB- und 36 Jahren SED- Mitgliedschaft

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