Gesamtgesellschaftliche Kämpfe können nur mit einer organisatorischen Kraft im Hintergrund gewonnen werden.

Posted on 17. Februar 2013 von

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1Rede von AK-Rätin Selma Schacht, stv. Vorsitzende der Kommunistischen Initiative (KI) Österreichs, bei der Abschlusskundgebung des 12. Februar-Gedenkmarsches

Wenn es einen Hauptgrund für die Niederlage vom Februar 1934 gibt, so war es – ebenso wie schon bei der verpassten revolutionären Situation 1918 – das Fehlen einer marxistischen, revolutionären Kampfpartei, die breit in der der Arbeiterklasse verankert ist. Und so sind die Anforderungen kommunistischer Politik heute gestellt: Sie benötigt ein ideologisches Fundament, das ihr Analyse, Strategie und Ziel gibt. Sie benötigt eine Ausrichtung, die an die Arbeiterklasse adressiert ist und diese auch anspricht. Beides sind keine leichten Aufgaben, wie wir wissen. Aber wer sie nicht einmal anzunehmen gewillt ist, braucht auch nicht von Antikapitalismus und Antifaschismus reden, denn er wird über das Reden nicht hinauskommen.

Seit über zwei Jahrzehnten finden in ganz Europa Klassenkämpfe statt, sie wurden bis auf wenige Einzelbeispiele durchwegs verloren.
Auch in Österreich finden mittlerweile regelmäßig gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen statt, größere Auseinandersetzungen um gesellschaftspolitische Fragen finden jedoch keine Massenbasis. Egal wo hin man schaut, die ab und an aufflackernde Kämpfe gegen den herrschenden Kapitalismus ist nur ein vereinzeltes Aufbäumen, die fast nie gewonnen wurden.

Was fehlt, ist eine Kampfpartei, die es versteht, auf marxistischer Basis österreichweit solch Kämpfe zu organisieren, die es versteht und auch das Ziel hat, unter Massen Bewusstsein für eine andere, eine sozialistische Gesellschaftsordnung zu schaffen.

Zur Entstehung der kommunistischen Bewegung in Österreich sagte Koplenig: ‚Sie entstand nicht aus Selbstzweck, sondern weil die Arbeiterklasse sie brauchte.’

Die Kommunistische Initiative wird heuer zum letzten Mal an dieser Gedenkkundgebung teilnehmen – weil es die KI bald nicht mehr geben wird. Wir gehen, aus der Analyse der österreichischen und internationalen Geschichte und den Schlüssen daraus, den Schritt einer Neugründung, der Gründung der„Partei der Arbeit“ in Österreich. Damit setzen wir die besten Traditionen der österreichischen Arbeiterbewegung fort, die ihre Meilensteine in der Gründung der Sozialdemokratie 1888/89 und in der Gründung der KPÖ 1918 hatte. Die Sozialdemokratie ist heute nichts anderes als der Erfüllungsgehilfe des Kapitals, wenn auch da und dort mit sozialen Ansprüchen; und die KPÖ ist – bundesweit gesehen – ein von der Arbeiterklasse entfernter „zivilgesellschaftlicher“ Allerweltsverein geworden. Insofern ist es an der Zeit, dass die ArbeiterInnen und die mit ihnen verbündeten Schichten wieder eine eigene, kämpferische Partei bekommen. Und diesen Schritt setzen wir.

Um den Lehren aus der Geschichte gerecht zu werden, setzen wir einen Schritt, der ein großer ist und der uns allen viel abverlangen wird. Doch in einer Phase des immer aggressiver werdenden Kapitals, in einer Phase der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, in einer Phase der Militarisierung werden nicht nur die Gefahren, sondern auch die Aufgaben für Kommunistinnen und Kommunisten immer größer.

Für das „Nie wieder!“ gegen Faschismus und Krieg beginnen wir mit einem „Jetzt erst recht!“:
Mit dem Aufbau einer neuen und bundesweiten kommunistischen Partei der Arbeit, einer Partei, die sich als Teil der weltumspannenden kommunistischen und Arbeiterbewegung versteht, mit aktiven GenossInnen, die die besten Traditionen mit den besten Zukunftshoffnungen verbinden, mit historischem Optimismus und einem langen Atem: ein Aufbruch in eine neue Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg!

Quelle: kommunisten.at

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