SDAJ/ WBDJ: Internationaler Aufruf an die Jugend

Posted on 22. Juli 2013 von

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wfsDie 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden findet vom 7. bis 13. Dezember 2013 in Quito, Ecuador unter dem Motto „Jugend vereint gegen den Imperialismus – für Frieden, Solidarität und soziale Veränderungen“ statt. Mehr Infos gibt es unter weltfestspiele.de.

In Vergangenheit und Gegenwart hat die Jugend immer eine bedeutende Rolle im gesellschaftlichen Kampf für Fortschritt und soziale Gerechtigkeit gespielt. Die Jugend war als kämpferische Kraft präsent in den größten Kämpfen der Völker für Frieden, Solidarität und sozialen Fortschritt. In einer Welt, in der Imperialismus sich als alternativlos präsentiert, beweist der antiimperialistische Kampf, dass die Jugend ihre Zukunft selbst wählt. Die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden, die in Ecuador stattfinden werden, sind der Ort für die jungen Frauen und Männer der Welt, um  ihre Stimme gegen den Imperialismus vereinen.

Seit den 17. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden sind unsere Annahmen über den Charakter des Imperialismus und unser Ruf nach antiimperialistischem Kampf bestätigt worden. In den letzten Jahren der andauernden internationalen kapitalistischen Krise, hat die imperialistische Ordnung, das System, in dem die Monopole herrschen, immer deutlicher seine brutale und barbarische Natur gezeigt, die zu Kriegen, Besatzungen, internationaler Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Erpressung der Arbeiter_innen durch die Kapitalist_innen führt, zu Menschenrechtsverletzungen, Bedrohungen und Erpressung von Ländern und ihrer Bevölkerung.

Wir leben in einer Zeit von großer Gefahr und mit vielen Möglichkeiten. Die kapitalistische Krise führt dazu, dass die imperialistischen Bündnisse ihre Rivalität um die Kontrolle der Märkte, um natürliche Ressourcen und Handelswege verschärfen . Diese Tatsache führt notwendig zu Militäreinsätzen wie der NATO- und EU-Krieg in Libyen, die Aggressionen gegen Syrien und die Bedrohungen gegen das koreanische Volk. Die zwischenimperialistischen Widersprüche infolge der Krise schaffen zunehmende Spannungen und die Gefahr größerer internationale militärische Konflikte, die die Völker der Welt zum Opfer haben werden.

Die Jugend der Welt ist Zeuge einer gewaltigen Offensive auf ihre Rechte auf Arbeit, Erziehung, Gesundheit und den Zugang zu Kultur und Sport. Regierungen in der ganzen Welt und imperialistische Organisationen setzen Maßnahmen durch, damit die Arbeiter_innen und die Massen den Preis für ihre Krise zahlen. Ihr Ziel ist es, das verrottende kapitalistische System zu schützen, ihre Profite zu garantieren und die Ausbeutung zu Gunsten der Monopole auszuweiten.

Gleichzeitig beobachten wir, wie Millionen von Völkern und besonders die Jugend- und Studierendenbewegung Widerstand gegen die imperialistischen Aggression leisten. Wir sehen einen wachsenden Kampf gegen den Willen der Monopole und ihre Regierungen, gegen die Durchsetzung der Politik, die die Jugend auf den Pfad der Sklaverei führen will. Der Kampf der Massen in den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Möglichkeit, den Imperialismus zu stürzen, von der Entschlossenheit und Orientierung der Massen abhängt.

Der Widerstand und der antiimperialistische Kampf der Jugend und Studierenden ist die Flamme, die der Weltfestspielbewegung den Weg seit 1947 leuchtet. Seit 65 Jahren und auf 17 Festivals hat die Jugend der Welt ihre Stimme und ihren Kampf gegen Faschismus, Diktaturen, undemokratische Regime, Kolonialismus, Krieg, Besatzung und Diskriminierung vereint und Frieden, Freiheit, Solidarität, Gleichheit und die Überwindung des Imperialismus gefordert.

Aus diesen Gründen rufen wir jeden jungen Mann und jede junge Frau dazu auf, sich unserem Kampf auf den 18. Weltfestspielen anzuschließen.

Wir rufen die Jugend und die Studierenden auf, sich uns für die Überwindung des Imperialismus anzuschließen, weil unser Wohlstand und Glück nicht innerhalb dieses Systems gefunden werden kann, das nur Armut, Ausbeutung und Arbeitslosigkeit hervorbringt. Wir rufen sie auf, sich uns anzuschließen, um für Arbeit und für würdige Arbeitsrechte zu kämpfen. Wir rufen sie auf, für kostenlose und öffentliche Erziehung zu kämpfen, gegen Privatisierungen, Studiengebühren und Klassenschranken. Wir rufen die Jugend auf gegen den Imperialismus zu kämpfen, der die Umwelt zerstört, der Diskriminierung von Klassen, Ethnien und Geschlecht schafft. Wir rufen die Jugend auf, für Demokratie und gegen die Repression durch reaktionäre Kräfte zu kämpfen. Wir rufen die Jugend der Welt auf, ihre Solidarität mit den Völkern auszudrücken, die für ihre Freiheit und gegen Besatzung kämpfen, wie in Palästina, der Westsahara und vielen weiteren Läändern. Wir rufen die Jugend auf, die Völker zu unterstützen, die ihren eigenen Entwicklungsweg gewählt haben und von imperialistishcen Kräften bedroht sind.

Heute ist es  für die Jugend notwendiger denn je, dass ihr Kampf sich deckt mit dem der Arbeiter_innen und Völker, um den Kampf um die Überwindung des Kapitalismus und seiner höheren Entwicklungsstufe, des Imperialismus, zu intensivieren und eine neue Welt des Friedens, der Gleichheit, der Solidarität, der Freundschaft und des revolutionären sozialen Wandels zu schaffen, wo der durch die Arbeit geschaffene Reichtum auch der Bevölkerung gehört und ihren Bedürfnissen dient.

Nach den erfolgreichen 17. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden in Südafrika am Geburtsort der Anti-Apartheid-Bewegung und auf dem Kontinent, der heute für ökonomische Freiheit kämpft, lassen wir die Weltfestspiele zum vierten Mal erneut in Lateinamerika stattfinden. Nach Havanna in den Jahren 1978 und 1997 und Caracas 2005 machen wir uns 2013 auf den Weg nach Quito. Die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden findet in Lateinamerika und der Karibikregion statt, in der es eine starke und wachsende antiimperialistische Bewegung gibt, die den Wunsch der Völker nach sozialem Fortschritt ohne äußere Intervention immer stärker zusammenführt und Hoffnung auf eine internationale antiimperialistische Bewegung macht.

Mit der Unterstützung der wachsenden Massenbewegung in Ecuador, die sich aktuell in der von Präsident Rafael Correa geleiteten Bürgerrevolution ausdrückt, mit offenen Armen empfangen von der stolzen antiimperialistischen Jugend Lateinamerikas, gedenken wir den Helden, die ihr Leben für die Befreiung Lateinamerikas gaben und vereinen unseren Kampf auf den 18. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden.

Jugend vereint gegen Imperialismus – für eine Welt des Friedens, der Solidarität und des sozialen Fortschritts!

 

Aufruf an die Jugend und Studierenden in Deutschland zu den 18. Weltfestspielen in Ecuador

Auf der ganzen Welt erfahren wir, die arbeitende und lernende Jugend, eine Offensive gegen ihre Rechte auf Frieden, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur.

Auch in Deutschland wird uns gesagt, wir müssten alle „den Gürtel enger schnallen“, die öffentlichen Kassen seien leer und überhaupt müssten wir sparen. Die Umsetzung der Schuldenbremse führt zu massiven Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich, vor allem auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig sollen die Gewinne der Banken und Konzerne auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung aufrecht erhalten und weiter gesteigert werden. Während deutsche Konzerne weiterhin Profite in Milliardenhöhe einfahren, sind die Reallöhne von 2000 bis 2010 in Deutschland um 5,4% gesunken. Es fehlen hunderttausende Ausbildungs- und Studienplätze. Arbeitslosigkeit, Minijobs, Werkverträge, Leiharbeit und unbezahlte Praktika sind daher für viele alltägliche Realität. Die Jugend ist dabei besonders betroffen.

In anderen Ländern der EU ist die Situation noch drastischer: in Griechenland und Zypern ist ein Drittel der Jugendlichen arbeitslos, in Spanien sogar die Hälfte. Dies wird sich noch weiter verschärfen, wenn die Spardiktate der Troika durchgedrückt werden. Es ist der Kampf der Herrschenden gegen die Vernichtung und Entwertung von Kapital. Mit ihm verschärft sich auch ihr Kampf untereinander um den Anteil an der Beute, den die deutschen Banken und Konzerne bislang maßgeblich zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Die deutsche Exportwalze drängt die Völker Europas in tiefere Abhängigkeit und Armut, die so genannten Rettungsschirme fließen direkt in die Taschen der deutschen Banken. Überall sollen wir für die Krise zahlen, die wir nicht verursacht haben.

Gleichzeitig nehmen Kriegseinsätze zu, wie der Krieg in Libyen oder in Syrien.Wir sollen mehr für imperialistische Kriege in aller Welt zahlen und akzeptieren, dass Menschen sterben, damit Absatzmärkte und Rohstoffquellen für die Unternehmen und Banken geschützt werden. In Deutschland wirbt die Bundeswehr im öffentlichen Raum, insbesondere an Schulen, um Kanonenfutter für die künftigen Konflikte zu rekrutieren und gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Kriege zu erreichen. Dabei nutzt sie die Lage der Jugendlichen aus und lockt mit Ausbildungsplätzen und Studium, wenn man sich zum Töten verpflichtet und sein Leben aufs Spiel setzt.

Doch es regt sich Widerstand. In den Massenprotesten und Streiks in Griechenland und Portugal oder in der Studierendenbewegung in Chile setzen sich Menschen gegen den Abbau sozialer und demokratischer Rechte und für den Frieden ein. In all diesen Kämpfen spielt die Jugend eine tragende Rolle. Auch in Deutschland setzen sich Schüler_innen Auszubildende und Studierende für bessere Bildung und Ausbildungsplätze, gegen Studiengebühren, Naziaufmärsche und Bundeswehrauftritte an Schulen ein. In der Gewerkschaftsjugend, in SchülerInnenvertretungen, in Jugend- und Studierendenverbänden organisieren sich junge Menschen, um ihre Rechte gegenüber den Unternehmern durchzusetzen.

Der deutsche Imperialismus hat seine Position aber auch deshalb stärken können weil die Lohnabhängigen in Deutschland ihre Kämpfe bisher nicht verstärkt haben. Den Widerstand der Jugendlichen in Deutschland gegen die Offensive der Herrschenden weiter zu stärken ist daher sowohl notwendig zur Erkämpfung unserer Rechte als auch internationalistische Pflicht.

Die Weltfestspiele sind dabei ein wichtiges internationales Forum zum Austausch über die verschiedenen Kämpfe der Jugend und Studierenden aus der ganzen Welt. Jugendliche kommen dort zusammen und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen ein. Sie kommen aus Staaten der Industrienationen, wo sie ihre unter Beschuss stehenden Rechte verteidigen. Sie kommen aus ausgebeuteten Ländern der sogenannten Dritten Welt, wo sie unter ungleich schwereren Bedingungen Widerstand leisten und Fortschritte erringen. Sie kommen aber auch aus Ländern in denen wesentliche soziale und politische Grundrechte verwirklicht sind.

Gerade in Lateinamerika regt sich zunehmend antiimperialistischer Widerstand. Im Dezember 2013 finden die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden in Ecuador statt. Dort formiert sich die Bevölkerung in der sogenannten Bürgerrevolution, unter Leitung des amtierenden Präsidenten Rafael Correa, durch das Demokratisierung, Bildung und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Ecuadorianer_innen erreicht werden sollen.

Fahren wir gemeinsam nach Quito um internationale Solidarität zu üben und unsere Erfahrungen aus sozialen Kämpfen auszutauschen:

Jugend vereint gegen Imperialismus – für eine Welt des Friedens, der Solidarität und des sozialen Fortschritts!

Unterstützt von: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), Cuba Sí, Förderverein Weltfestspiele

Quelle: weltfestspiele.de

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