PdA: Der Anfang des Endes in Österreich

Posted on 30. September 2013 von

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Am Samstag, den 12.10.2013 findet in der österreichischen Hauptstadt Wien der Gründungsparteitag der „Partei der Arbeit“ statt. Die Genossinnen und Genossen sehen darin die Aufgabe, dass

„Es ist an der Zeit, die besten Traditionen der österreichischen Arbeiterbewegung wieder aufzugreifen und weiterzuführen.

Es ist an der Zeit, die Arbeiterbewegung unter den veränderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts neu zu organisieren und zu formieren.

Es ist an der Zeit, den Kampf der Arbeiterbewegung gegen den Kapitalismus und Imperialismus sowie ihre zerstörerischen Auswirkungen wieder aufzunehmen und konsequent zu führen.

Es ist an der Zeit, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die mit ihnen verbündeten Schichten der Bevölkerung hierfür wieder eine eigene, kämpferische und revolutionäre Partei bekommen.“

Quelle: parteiderarbeit.at

Wir von der Redaktion von Theorie & Praxis möchten diesen Werdungsprozess solidarisch mit unseren wenigen Mitteln begleiten und unterstützen. Daher werden wir bis zum Parteitag ausgewählte Schriften hier auf der Homepage dokumentieren. Den Anfang wollen wir mit einem Klassiker machen und veröffentlichen Friedrich Engels Artikel „Der Anfang des Endes in Österreich“ (Deutsche-Brüsseler-Zeitung“ Nr. 8 vom 27. Januar 1848, MEW 4, S. 504 – 510), in dem Engels sich mit der damals gerade stattgefundenen bürgerlichen Revolution auseinandersetzt.

Wir wünschen den Genossinnen und Genossen in Österreich viel Erfolg und hoffen, dass die PdA für die alpenländische Arbeiterklasse „der Anfang des Endes in Österreich“ ist, wo sie ohne eine revolutionäre und klassenkämpferische Partei der Arbeiterklasse in ganz Österreich auskommen musste.

Friedrich Engels – Der Anfang des Endes in Österreich

„Mich und den Metternich hält’s noch aus“, sagte der selige Kaiser Franz. Wenn Metternich seinen Kaiser nicht Lügen strafen will, so muß er möglichst bald sterben.

Die buntscheckige, zusammengeerbte und zusammengestohlene österreichische Monarchie, dieser organisierte Wirrwarr von zehn Sprachen und Nationen, dies planlose Kompositum der widersprechendsten Sitten und Gesetze, fängt endlich an, auseinanderzufallen.

Der ehrliche deutsche Bürger hat dem Dirigenten dieser stockenden Staatsmaschine, dem feigen Gauner und Meuchelmörder Metternich seit Jahren die höchste Bewunderung gezollt. Talleyrand, Louis-Philippe und Metternich, drei höchst mittelmäßige Köpfe, und darum höchst passend für unsere mittelmäßige Zeit, gelten dem deutschen Bürger für die drei Götter, die seit dreißig Jahren die Weltgeschichte wie eine Puppenkomödie am Drähtchen haben tanzen lassen. Getreu seiner eignen alltäglichen Erfahrung, versieht der ehrliche Bürger die Geschichte für ein Tabagie-Komplott und eine Fraubaserei auf etwas größerem Fuß.

Gewiß, über kein Land ist die Sturmflut der Revolution, ist die dreimalige napoleonische Invasion spurloser hinweggegangen als über Östreich. Gewiß, in keinem Lande haben sich Feudalismus, Patriarchalismus und demütige Spießbürgerei unter dem Schutze des väterlichen Haselstocks unbefleckter und harmonischer erhalten als in Östreich. Aber kann Metternich dafür?

Worauf beruht die Macht, die Zähigkeit, die Stabilität des Hauses Östreich?

Als in der letzten Hälfte des Mittelalters Italien, Frankreich, England, Belgien, Nord- und Westdeutschland sich nacheinander aus der feudalen Barbarei herausarbeiteten, als die Industrie sich entwickelte, der Handel sich ausdehnte, die Städte sich hoben, die Bürger politische Bedeutung bekamen, blieb ein Teil von Deutschland hinter der westeuropäischen Entwicklung zurück. Die bürgerliche Zivilisation verfolgte die Seeküsten und den Lauf der großen Flüsse. Die Binnenländer, besonders die unfruchtbaren und unwegsamen Hochgebirge, blieben der Sitz der Barbarei und des Feudalismus. Namentlich waren es die süddeutschen und südslawischen Binnenländer, in denen sich diese Barbarei konzentrierte. Geschützt durch die Alpen vor der italienischen, durch die böhmischen und mährischen Gebirge vor der norddeutschen Zivilisation, hatten diese Binnenländer noch das Glück, das Flußgebiet des einzig reaktionären Stroms von Europa zu bilden. Die Donau, weit entfernt, sie in die Zivilisation hineinzutreiben, brachte sie vielmehr mit noch weit kräftigerer Barbarei in Verbindung.

Als in Westeuropa sich infolge der bürgerlichen Zivilisation die großen Monarchien entwickelten, mußten sich die Binnenländer der Oberdonau ebenfalls zu einer großen Monarchie vereinigen. Schon die Verteidigung erforderte dies. Hier, im Zentrum von Europa, assoziierten sich die Barbaren aller Sprachen und Nationen unter dem Zepter des Hauses Habsburg. Hier fanden sie an Ungarn einen Rückhalt kompakter Barbarei.

Die Donau, die Alpen, die felsigen Brustwehren Böhmens, das sind die Existenzgründe der österreichischen Barbarei und der österreichischen Monarchie.

Wenn das Haus Habsburg eine Zeitlang die Bürger gegen den Adel, die Städte gegen die Fürsten unterstützte, so war dies die einzige Bedingung, unter welcher eine große Monarchie überhaupt möglich war. Wenn es später die Kleinbürger wieder unterstützte, so waren die Kleinbürger im übrigen Europa, gegenüber der großen Bourgeoisie, schon selbst reaktionär geworden. Das eine wie das andere Mal unterstützte es die Kleinbürger in entschieden reaktionärer Absicht. Nur jetzt schlägt dies Mittel fehl.

So war das Haus Österreich von Anfang an der Repräsentant der Barbarei, der Stabilität der Reaktion in Europa. Seine Macht beruhte auf der Narrheit des hinter unwegsamen Bergen verschanzten Patriarchalismus, auf der unnahbaren Brutalität der Barbarei. Ein Dutzend Nationen, deren Sitten, Charaktere und Institutionen die grellsten Widersprüche bildeten, hielten zusammen kraft ihres gemeinsamen Widerwillens gegen die Zivilisation.

Daher war das Haus Österreich unüberwindlich, solange die Barbarei seiner Untertanen unangetastet blieb. Daher drohte ihm nur eine Gefahr, das Eindringen der bürgerlichen Zivilisation.

Aber diese eine Gefahr war unabwendbar. Die bürgerliche Zivilisation konnte eine Zeitlang abgesperrt, sie konnte eine Zeitlang der östreichischen Barbarei angepaßt und untergeordnet werden. Früher oder später aber mußte sie die feudale Barbarei überwinden, und damit war das einzige Band zersprengt, das die verschiedensten Provinzen zusammengehalten hatte.

Daher die passive, zaudernde, feige, schmutzige und heimtückische österreichische Politik. Östreich kann nicht mehr, wie früher, offen brutal, entschieden barbarisch auftreten, weil es mit jedem Jahr der Zivilisation Konzessionen machen muß, mit jedem Jahr seiner eignen Untertanen weniger sicher wird. Jeder entschiedne Schritt würde eine Änderung zu Hause oder bei den Grenznachbarn herbeiführen; jede Änderung wäre ein Riß in die Dämme, hinter denen sich Östreich mühsam gegen die anschwellenden Fluten der modernen Zivilisation schützt; das erste Opfer jeder Veränderung wäre das Haus Österreich selbst, das mit der Barbarei steht und fällt. Konnte Östreich noch 1823 und 1831 die piemontesischen, neapolitanischen und romagnolischen Rebellen mit Kanonenkugeln auseinandertreiben, so mußte es 1846 in Galizien schon ein noch unentwickeltes revolutionäres Element, die Bauern, in Bewegung setzen, so mußte es 1847 seine Truppen bei Ferrara Halt machen lassen und in Rom zu einer Verschwörung seine Zuflucht nehmen. Das konterrevolutionäre Östreich wendet revolutionäre Mittel an – das ist das sicherste Zeichen, daß es mit ihm zu Ende geht!

Als die italienischen Insurrektionen von 1831, als die polnische Revolution von 1830 unterdrückt waren, als die französischen Bourgeois Kaution für ihr gutes Betragen gestellt hatten, da konnte Kaiser Franz in Frieden in die Grube fahren; die Zeiten schienen miserabel genug, um selbst seinen wasserköpfigen Sprößling auszuhalten.

Vor Revolutionen war das Reich des gekrönten Idioten einstweilen noch sicher. Wer aber sicherte es vor den Ursachen der Revolutionen?

Solange die Industrie Hausindustrie blieb, solange jede Bauernfamilie oder wenigstens jedes Dorf sich seinen Bedarf an Industrieprodukten selbst erzeugte, ohne viel in den Handel zu bringen, solange war die Industrie selbst feudal und paßte vortrefflich zur österreichischen Barbarei. Solange sie selbst bloße Manufaktur, ländliche Industrie blieb, brachte sie wenig Produkte des Binnenlandes zur Ausfuhr, erzeugte sie wenigen auswärtigen Handel, existierte nur in einzelnen Distrikten und ließ sich dem östreichischen Status quo leicht anpassen. Erzeugte die Manufaktur selbst in England und Frankreich wenig große Bourgeoisie, so konnte sie in dem dünnbevölkerten ab- gelegenen Östreich höchstens einen bescheidnen Mittelstand erzeugen, und auch diesen nur hie und da. Solange die Handarbeit bestand, solange war Östreich sicher.

Aber die Maschinen wurden erfunden und die Maschinen ruinierten die Handarbeit. Die Preise der Industrieprodukte fielen so rasch und so tief, daß zuerst die Manufaktur und allmählich selbst die alte feudale Hausindustrie zugrunde gingen.

Östreich verschanzte sich gegen die Maschinen hinter ein konsequentes Prohibitivsystem. Aber vergebens. Gerade das Prohibitivsystem brachte die Maschinen nach Östreich hinein. Böhmen betrieb die Baumwollenindustrie, die Lombardei die Seidenspinnerei mit Maschinen; Wien fing sogar an, Maschinen zu machen.

Die Folgen blieben nicht aus. Die Manufakturarbeiter wurden brotlos. Die ganze Bevölkerung der Manufakturdistrikte wurde aus ihrer angestammten Lebensweise herausgerissen. Aus den bisherigen Spießbürgern erwuchsen große Bourgeois, die über Hunderte von Arbeitern geboten, wie ihre fürstlichen und gräflichen Nachbarn über Hunderte von Fronbauern. Die Fronbauern verloren durch den Sturz der alten Industrie alte Erwerbszweige und erhielten durch die neue Industrie neue Bedürfnisse. Der feudale Betrieb des Ackerbaus war neben der modernen Industrie nicht mehr möglich. Die Ablösung der Frondienste wurde Bedürfnis. Die feudale Stellung der Bauern zum Gutsherrn wurde unhaltbar. Die Städte hoben sich. Die Zünfte wurden drückend für die Konsumenten, nutzlos für die Zünftigen, unerträglich für die Industriellen. Die Konkurrenz mußte unterderhand zugelassen werden. Die Stellung aller Klassen der Gesellschaft veränderte sich total. Die alten Klassen traten mehr und mehr in den Hintergrund vor den beiden neuen Klassen, der Bourgeoisie und dem Proletariat, der Ackerbau verlor an Gewicht gegenüber der Industrie, das Land trat zurück vor den Städten.

Das waren die Folgen der Maschinen in einzelnen Gegenden Östreichs, namentlich in Böhmen und der Lombardei. Sie übten ihre Rückwirkung mehr oder weniger auf die ganze Monarchie aus, sie untergruben überall die alte Barbarei und damit die Grundlage des Hauses Östreich.

Während in der Romagna 1831 die östreichischen geprügelten Soldaten mit Kartätschen auf das Viva l’Italia <Es lebe Italien> antworteten, wurden in England die ersten Eisenbahnen gebaut. Wie die Maschinen wurden die Eisenbahnen sogleich ein Bedürfnis für alle europäischen Länder. Östreich mußte sie adoptieren, mit gutem oder bösem Willen. Um nicht der schon wachsenden Bourgeoisie neue Macht zu geben, baute die Regierung sie selbst. Aber sie geriet aus der Szylla in die Charybdis. Sie verhütete die Bildung mächtiger Aktiengesellschaften von Bourgeois nur dadurch, daß sie den Bourgeois das Geld zum Bau der Eisenbahnen abborgte, daß sie sich an Rothschild, Arnstein und Eskeles, Sina usw. verpfändete.

Den Wirkungen der Eisenbahnen entging das Haus Östreich noch weniger.

Die Bergscheiden, welche die östreichische Monarchie von der Außenwelt, welche Böhmen von Mähren und Östreich, Östreich von Steiermark, Steiermark von Illyrien, Illyrien von der Lombardei getrennt haben, fallen vor den Eisenbahnen. Die Granitwände, hinter denen jede Provinz eine besondere Nationalität, eine beschränkte Lokalexistenz bewahrt hatte, hören auf, eine Schranke zu sein. Die Produkte der großen Industrie, der Maschinen, dringen urplötzlich und fast ohne Transportkosten in die entferntesten Winkel der Monarchie, vernichten die alte Handarbeit, rütteln die feudale Barbarei auf. Der Handel der Provinzen unter sich, der Handel mit dem zivilisierten Ausland erhält eine nie gekannte Bedeutung. Die rückwärtslaufende Donau hört auf, die Pulsader des Reichs zu sein, die Alpen und der Böhmerwald existieren nicht mehr; die neue Pulsader geht von Triest bis Hamburg, Ostende und Havre, weit über die Grenzen des Reichs hinaus, mitten durch die Bergwände bis an die entfernten Küsten der Nordsee und des Ozeans. Die Teilnahme an den Gesamtinteressen des Staats, an den Vorgängen in der Außenwelt wird eine Notwendigkeit. Die lokale Barbarei verschwindet. Die Interessen scheiden sich hier, verschmelzen sich dort. Die Nationalitäten trennen sich an einer Stelle, um an einer andern anzuknüpfen, und aus dem wüsten Agglomerat einander fremder Provinzen sondern sich bestimmte, größere Gruppen mit gemeinsamen Tendenzen und Interessen heraus.

„Mich und den Metternich hält’s noch aus.“ Die französische Revolution, Napoleon und die Julistürme hat’s ausgehalten. Aber den Dampf hält’s nicht aus. Der Dampf hat sich durch die Alpen und den Böhmerwald Bahn gebrochen, der Dampf hat der Donau ihre Rolle eskamotiert, der Dampf hat die östreichische Barbarei zu Fetzen gerissen und damit dem Hause Habsburg den Boden unter den Füßen weggezogen.

Das europäische und amerikanische Publikum hat in diesem Augenblick das Vergnügen, zuzusehen, wie Metternich und das ganze Haus Habsburg zwischen den Rädern der Dampfmaschine zerquetscht, wie die östreichische Monarchie von ihren eignen Lokomotiven in Stücke geschnitten wird. Es ist ein sehr erheiterndes Schauspiel. In Italien rebellieren die Vasallen, und Östreich wagt nicht zu mucken; die liberale Pest ergreift die Lombardei, und Östreich zaudert, schwankt, zittert vor seinen eignen Untertanen. In der Schweiz begeben sich die ältesten Rebellen gegen Östreich, die Urschweizer, unter die Hoheit Östreichs; sie werden angegriffen, aber Östreich zittert vor dem kühnen Wort Ochsenbeins: Wo ein österreichischer Soldat die Schweiz betritt, werfe ich zwanzigtausend Mann in die Lombardei und proklamiere die italienische Republik – und Östreich geht vergebens betteln um Beistand bei den verachteten Höfen von München, Stuttgart und Karlsruhe! In Böhmen verweigern die Stände fünfzigtausend Gulden Steuern, Östreich will sie dennoch eintreiben, und es hat seine Truppen an den Alpen so nötig, daß es zum erstenmal, seit Östreich besteht, den Ständen nachgeben und auf die fünfzigtausend Gulden verzichten muß! In Ungarn bereitet der Landtag revolutionäre Vorschläge vor und ist der Majorität sicher; und Östreich, das der ungarischen Husaren in Mailand, Modena und Parma bedarf, Östreich selbst macht dem Landtag revolutionäre Vorschläge, obwohl es sehr gut weiß, daß diese Vorschläge sein eigner Tod sind! Dies unerschütterliche Östreich, dies ewige Bollwerk der Barbarei, weiß nicht mehr, wohin es sich wenden soll. Es hat den schrecklichsten Hautausschlag, kratzt es sich vorn, so juckt’s hinten, und kratzt’s hinten, so juckt’s vorn.

Und mit diesem possierlichen Kratzen kratzt das Haus Östreich ab.

Wenn der alte Metternich nicht rasch seinem „biedern“ Franz nachfolgt, so kann er’s noch erleben, wie seine mühsam zusammengehaltene kaiserliche Monarchie auseinanderfällt und zum größten Teil in die Hände der Bourgeois gerät; so kann er das Namenlose erleben, daß die „bürgerlichen Kleidermacher“ und „bürgerlichen Gewürzkrämer“ im Prater nicht mehr die Mütze vor ihm ziehen und ihn Herr Metternich kurzweg titulieren. Noch ein paar Erschütterungen, noch ein paar kostspielige Rüstungen, und Charles Rothschild kauft die ganze östreichische Monarchie auf.

Wir sehen dem Sieg der Bourgeois über das östreichische Kaisertum mit wahrem Vergnügen entgegen. Wir wünschen nur, daß es recht gemeine, recht schmutzige, recht jüdische Bourgeois sein mögen, die dies altehrwürdige Reich ankaufen. Solch eine widerliche, stockprügelnde, väterliche, lausige Regierung verdient, einem recht lausigen, weichselzöpfigen, stinkenden Gegner zu unterliegen. Herr Metternich kann sich darauf verlassen, daß wir später diesen Gegner ebenso unbarmherzig lausen werden, wie er von ihm demnächst gelaust werden wird.

Für uns Deutsche hat der Fall Östreichs noch eine spezielle Bedeutung. Es ist Östreich, das uns in den Ruf gebracht hat, die Unterdrücker fremder Nationen, die Söldlinge der Reaktion in allen Ländern zu sein. Unter der östreichischen Fahne halten Deutsche Polen, Böhmen, Italien in der Knechtschaft. Der östreichischen Monarchie haben wir es zu verdanken, daß von Syrakus bis Trient, von Genua bis Venedig die Deutschen als verächtliche Landsknechte des Despotismus gehaßt sind. Wer Zeuge davon gewesen ist, welcher tödliche Haß, welche blutige und vollkommen gerechtfertigte Rachsucht in Italien gegen die Tedeschi <Deutschen> herrscht, der muß schon deshalb einen unauslöschlichen Haß gegen Östreich nähren und Beifall klatschen, wenn dies Bollwerk der Barbarei, diese Schandsäule für Deutschland zusammenfällt.

Wir haben allen Grund, zu hoffen, daß die Deutschen sich an Östreich rächen werden für die Infamie, mit der es den deutschen Namen bedeckt hat. Wir haben allen Grund, zu hoffen, daß es Deutsche sein werden, die Östreich stürzen und die Hindernisse im Wege der slawischen und italienischen Freiheit wegräumen. Es ist alles vorbereitet; das Schlachtopfer liegt da und wartet des Messers, das ihm die Kehle durchschneiden soll. Mögen diesmal die Deutschen nicht die Zeit versäumen, mögen sie kühn genug sein, das Wort auszusprechen, das selbst Napoleon nicht auszusprechen wagte – das Wort:

La dynastie de Habsbourg a cessé de régner!
< Die Dynastie der Habsburger hat aufgehört zu herrschen!>

Quelle: mlwerke.de

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