General Võ Nguyên Giáp ist tot

Posted on 4. Oktober 2013 von

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giGeneral Võ Nguyên Giáp, der „Napoleon des Osten“ (Peter Scholl-Latour), Architekt der militärischen Niederlage des französischen und US-amerikanischen Imperialismus in Vietnam, Theoretiker und Praktiker des Volkskriegs und lebenslanger kommunistischer Revolutionär ist heute am 4. Oktober im Alter von 102 Jahren in Hanoi verstorben.

Võ Nguyên Giáp war Sohn eines vietnamesischen Dorflehrers, der über eigenes Land verfügte und besuchte ab 1926 das trường Quốc học, das französische Lyceum in der vietnamesischen Kaiserstadt Huế. Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der revolutionären Partei von Annam (Tân Việt Cách mạng đảng), mit 18 Jahren wurde er wegen Teilnahme an Studentenprotesten verhaftet. Von 1933 bis 1938 studierte er Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Hà Nội. Als Lehrer für Geschichte und Geographie war er in Hà Nội tätig. Wegen seiner Gegnerschaft zur französischen Kolonialmacht wurde er 1939 auf die Gefängnisinsel Poulo Condor verbracht und emigrierte 1940 vor den Japanern in die Republik China. Dort wurde er im Mai 1941 Mitbegründer der Liga für die Unabhängigkeit Vietnams (Việt Minh).

Er wurde vom Zentralkomitee der Việt Minh mit der Schaffung einer Volksarmee betraut, die offiziell am 22. Dezember 1944 begründet wurde. In China nahm er am Aufbau der Guerillastreitkräfte teil, organisierte mit Hilfe des amerikanischen OSS in Nordvietnam ein Netz von Agenten, befehligte den vietnamesischen Widerstand gegen die japanische Armee und kehrte 1944 als Kommandeur der Partisanengruppen nach Vietnam zurück. 1945 wurde Giáp Innenminister der Demokratischen Republik Vietnam. Entgegen seiner Hoffnungen brach das gute Einvernehmen mit den Amerikanern nach dem Krieg, als diese die Rückkehr der französischen Kolonialmacht ermöglichten und ihre vietnamesischen Verbündeten fallenließen.

Seit 1946 als Oberbefehlshaber der Nordvietnamesischen Volksarmee (NVA) tätig, entwickelte Võ Nguyên Giáp als brillanter Logistiker und Militärtaktiker eine mehrstufige, außerordentlich erfolgreiche Guerillataktik, die die zahlenmäßig überlegenen vietnamesischen Truppen in der Schlacht von Điện Biên Phủ am 7. Mai 1954 über die modern ausgerüstete französische Armee, einschließlich ausgewählter Einheiten der Fremdenlegion, siegen ließ und Vietnam von der französischen Kolonialherrschaft befreite. 1954 bis 1980 war Võ Nguyên Giáp Verteidigungsminister, ab 1955 Stellvertretender Ministerpräsident zunächst von Nordvietnam. Er war Mitglied des Zentralkomitees und des Politbüros seiner Partei, der Partei der Werktätigen Vietnams (Đảng Lao động Việt Nam). Er kämpfte gegen die USA und Südvietnam für die Wiedervereinigung des Landes und war Vater der überraschenden, militärisch nicht dauerhaft erfolgreichen, aber politisch außerordentlich wirksamen Tết-Offensive.

Nach der Vereinigung von Nord- und Südvietnam 1976 übernahm Võ Nguyên Giáp das Amt des Verteidigungsministers und des Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Sozialistischen Republik Vietnam. 1980 wurde er als Verteidigungsminister durch Văn Tiến Dũng ersetzt. Ab 1982 gehörte er dem Politbüro nicht mehr an, blieb aber bis 1991 Stellvertretender Ministerpräsident und Mitglied des Zentralkomitees der nach der Vereinigung in Kommunistische Partei Vietnams (Đảng Cộng sản Việt Nam) umbenannten Partei.

Am 25. August 2011 feierte Giáp seinen 100. Geburtstag in einem Armeekrankenhaus in Hanoi. Zuletzt hatte er 2009 öffentliches Interesse erregt, als er in einem offenen Brief ein Projekt der Regierung zur Genehmigung einer chinesischen Bauxitmine in Zentralvietnam vehement kritisierte.

Quelle: kominform.at

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