DKP: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Posted on 14. Januar 2014 von

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lllLLL-Wochenende: Rede des DKP-Vorsitzenden auf der Veranstaltung der DKP

Die Abendveranstaltung der DKP am Tag vor der LLL-Demonstration “platzte aus allen Nähten”.  Sie war geprägt vom jugendlichen Schwung der SDAJ. Die Mehrzahl der Teilnehmer waren junge Menschen. Die immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochenen Reden hielten Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP und Paul Rodermundt, Vorsitzender der SDAJ. Grussworte sprachen der Botschafter Kubas und der Vorsitzende der Ungarischen Arbeiterpartei.

Hier der Wortlaut der Rede Patrik Köbeles:

“Heute stehen wir vor der (…) Tatsache des Krieges. Uns drohen die Schrecken feindlicher Invasionen. Nicht für oder gegen den Krieg haben wir heute zu entscheiden, sondern über die Frage der für die Verteidigung des Landes erforderlichen Mittel. Für unser Volk und seine freiheitliche Zukunft steht bei einem Sieg des russischen Despotismus viel, wenn nicht alles auf dem Spiel. (…) Da machen wir wahr, was wir immer betont haben: Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich. Wir fühlen uns dabei im Einklang mit der Internationale, die das Recht jeden Volkes auf nationale Selbständigkeit (…) anerkannt hat (…) und jeden Eroberungskrieg verurteilt. Von diesen Grundsätzen geleitet, bewilligen wir die geforderten Kriegskredite.“ (SPD-Fraktion am 4. August 1914)

Was lernen wir daraus, was bedeutet das heute?

Wenn man die Frage von Krieg und Frieden von der Klassenfrage löst, landet man zwingend im Opportunismus. Man läuft Gefahr sich auf die Seite der herrschenden Klasse, ihrer Interessen und Ihrer Kriege zu stellen. Heute heißt das, wer das internationale Kräfteverhältnis vernachlässigt, wer vergisst, dass seit 1989 der Imperialismus wieder dominiert, wer glaubt, dass irgendeine Institution, die diesem Kräfteverhältnis unterliegt, sei es die UNO, sei es die OECD, sei es die EU dem Menschheitsinteresse und nicht denen der herrschenden Klasse unterworfen sei, der geht den Interessen des Imperialismus auf den Leim.

Hinsichtlich der führenden imperialistischen Länder gilt für die Arbeiterbewegung noch immer der Satz „der Hauptfeind steht im eigenen Land“ – die einzige Ausnahme ist ein faschistischer Angriffskrieg. Für heute heißt das, immer, wenn die Herrschenden von Freiheit und Demokratie, von den Rechten von Minderheiten, anderswo, reden, kann man sicher sein, dass sie Intervention und Krieg vorbereiten.

Wer den proletarischen Internationalismus vergisst, wer vergisst, dass „ das Proletariat zunächst (…) die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muss“, aber gleichzeitig gilt, dass „die Arbeiter kein Vaterland haben“, der wird heute dem Standortdenken auf den Leim gehen, läuft Gefahr sich zum Rassismus zu wenden und sitzt letztendlich mit der Bourgeoisie in einem scheinbaren gemeinsamen Boot, einem Boot, das heute auf dem Mittelmeer patrouilliert und hunderte, tausende Menschen in den Tod treibt.

Wer sich von diesem Opportunismus nicht trennt, der landet dort, wo die SPD 1914 landete oder, wo sie heute in der großen Koalition sitzt.

Deswegen steht für uns die Schande von 1914 in einem untrennbaren Zusammenhang zum Mut des Jahreswechsels von 17/18, dem endgültigen Bruch mit dem stinkenden Leichnam SPD, der Gründung der KPD. Wann soll man dies besser betonen, als bei der Konferenz mit dem Namen von Rosa und am Vorabend der Demonstration im Namen von Rosa, Karl und für uns auch immer noch Wladimir. Sie zogen aus Reformismus, Revisionismus und Kriegsbegeisterung der Sozialdemokratie die Notwendigkeit der autonomen Organisation der Kommunisten, sie hatten recht – bis heute.

Haben sie recht ? – Guck Dir Euren Laden doch an. Die Gesichter sind alt, die Zahl ist klein, viele sagen Schmuddelkinder und wollen nicht mit uns spielen. Andere wollen mit uns spielen, wenn wir denn aufhören davon zu reden, dass man die Diktatur des Kapitals durch die Herrschaft der Arbeiterklasse ablösen müsse.

Aus meiner Sicht wird uns das alles nicht helfen. Wir werden nicht um das „Trotz alledem“ von Liebknecht und Luxemburg herumkommen, wir werden nicht um die zähe Kleinarbeit herumkommen, deren zentrale Botschaft und Inhalt die Notwendigkeit der Stärkung der kommunistischen Komponente ist – das ist kein Widerspruch zur Stärkung der fortschrittlichen Bewegung, sondern eine dialektische Einheit und Voraussetzung.

Trotz alledem heißt heute, die DKP in der Mitgliederkampagne zu stärken. Ende Monat werden wir uns einen ersten Überblick verschaffen. Beispiele gibt es aber schon: In den letzten Monaten haben in Baden-Württemberg mehr als 10 junge Menschen die Aufnahme in die DKP beantragt.

Trotz alledem heißt heute den Kampf um die Unterstützungsunterschriften für unsere EU-Wahlkandidatur zu führen. Stand heute liegen uns … Da liegen wir im Zeitplan, aber die Unterschiede sind riesengroß und allein 250 kommen aus Bottrop einer Kreisorganisation mit unter 50 Mitgliedern. Aber auch der Bezirk Nordbayern ist toll, die Genossinnen und Genossen haben Ihr Ziel von 150 schon deutlich überschritten.

Trotz alledem heißt heute unser Pressefest vorzubereiten. Ein Pressefest, bei dem die ganze Partei gezeigt hat, dass sie es will. Ein Dank schon mal an alle, die um Spenden und den Buttonverkauf gekämpft haben, weitermachen und jetzt die Beiträge vorbereiten, Helfer und Teilnehmer gewinnen.

Trotz alledem heißt heute den proletarischen Internationalismus zu organisieren. Deswegen sind wir stolz darauf, zu den Initiatoren einer Erklärung von 27 kommunistischen und Arbeiterparteien zum 100. Jahrestag des imperialistischen Krieges zu gehören, die mit den richtigen Sätzen endet, dass mit der Oktoberrevolution Hoffnung für die Welt, für den Sozialismus erwuchs und dafür unsere Parteien bis heute stehen. Wir sind stolz darauf unseren Genossen Guyla Türmer, den Vorsitzenden unserer Bruderpartei, der Ungarischen Arbeiterpartei, der die antikommunistischen Gesetze das Wort kommunistisch im Namen verboten haben, in unserer Mitte zu haben. Herzlich willkommen Guyla. (4-Parteien-Konferenz mit Demo in Aachen)

Trotz alledem heißt zu wissen welche Gefahr der Militarismus und dessen Geist gerade für die heranwachsende Generation, den heranwachsenden Teil der Klasse bedeutet. Darum ist es gut, dass wir die Veranstaltung gemeinsam mit der SDAJ durchführen und darum freue ich mich auch, dass Paul, der neugewählte Bundesvorsitzende der SDAJ gleich zu uns sprechen wird.

Trotz alledem heißt sich in dieser größten Konferenz der radikalen Linken auf deutschem Boden wie ein Fisch im Wasser zu bewegen, heißt danke zu sagen an die junge welt, die uns das ermöglicht, heißt sich zu freuen auf die Kultur, die wir hier gemeinsam haben werden und nachher beim großen Konzert.

Trotz alledem heißt auch danke an alle Helferinnen und Helfer und heißt auch heute feiern, aber morgen hellwach sein und ausstrahlende Demoblöcke von SDAJ und DKP organisieren.

Quelle: news.dkp.de

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