Marxisten-Leninisten zu sein, ist unser Recht

Posted on 9. Mai 2015 von


fidel_castroVon Fidel Castro Ruz

09. Mai 2015

Am 9. Mai wird der 70. Jahrestag des Großen Vaterländischen Krieges begangen. Aufgrund der Zeitverschiebung werden, während ich diese Zeilen schreibe, die Soldaten und Offiziere der Armee der Russischen Föderation voller Stolz mit ihren schnellen und militärischen Schritten, die für sie charakteristisch sind, auf dem Roten Platz in Moskau proben.

Lenin war ein genialer revolutionärer Stratege, der nicht zögerte, die Ideen von Marx anzunehmen und ihre Umsetzung in einem riesigen und nur zum Teil industrialisierten Land in Angriff zu nehmen, dessen proletarische Partei im Angesicht der größten Bedrohung, die der Kapitalismus über die Welt gebracht hatte, zur radikalsten und tapfersten des Planeten wurde. Zum ersten Mal kamen (im Ersten Weltkrieg ab 1914; Anm. d. Red.) Panzer, automatische Waffen, Flugzeuge und Giftgase in Kriegen zum Einsatz und sogar eine berühmte Kanone, die ein schweres Projektil mehr als 100 Kilometer weit feuern konnte, beteiligte sich an dem blutigen Streit.

Aus diesem Schlachten entstand der Völkerbund, eine Institution, die den Frieden bewahren sollte und es nicht einmal schaffte, den beschleunigten Vormarsch des Kolonialismus in Afrika, einem Großteil Asiens, in Ozeanien, der Karibik, Kanada sowie einen grotesken Neokolonialismus in Lateinamerika zu verhindern.

Gerade einmal 20 Jahre später flammte in Europa ein weiterer schrecklicher Weltkrieg auf, dessen Vorspiel der 1936 begonnene Bürgerkrieg in Spanien war. Nach der vernichtenden Niederlage der Nazis setzten die Nationen ihre Hoffnungen in die Organisation der Vereinten Nationen, die sich um eine Kooperation bemüht, die Aggressionen und Kriegen ein Ende setzt und in der die Länder den Frieden, die Entwicklung und die friedliche Zusammenarbeit von großen und kleinen, reichen und armen Staaten des Planeten bewahren können.

Millionen Wissenschaftler könnten – neben anderen Aufgaben – die Möglichkeiten zum Überleben der menschlichen Gattung verbessern, die schon bald durch die Knappheit von Wasser und anderen Lebensmitteln für Milliarden Menschen bedroht wird.

Auf dem Planeten sind wir schon 7,3 Milliarden Bewohner. Im Jahr 1800 gab es nur 978 Millionen. Diese Zahl stieg bis zum Jahr 2000 auf 6,07 Milliarden, und im Jahr 2050 wird es nach konservativen Schätzungen zehn Milliarden Menschen geben.

Es wird kaum davon gesprochen, dass in Westeuropa Boote voller Emigranten ankommen, die auf jedem Objekt reisen, das schwimmen kann – ein Strom von Migranten aus Afrika, dem von den Europäern über Hunderte Jahre kolonialisierten Kontinent.

Vor 23 Jahren habe ich auf einer Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung erklärt: »Eine wichtige biologische Spezies ist in Gefahr, wegen der schnellen und fortschreitenden Vernichtung ihrer natürlichen Lebensbedingungen zu verschwinden: der Mensch.« Ich wusste damals aber nicht, wie nah wir dem schon waren.

Wenn wir den 70. Jahrestag des Großen Vaterländischen Krieges begehen möchte ich unsere tiefe Bewunderung für das heldenhafte sowjetische Volk ausdrücken, das der Menschheit einen riesigen Dienst erwiesen hat.

Heute ist die feste Allianz zwischen den Völkern der Russischen Föderation und dem Staat mit der schnellsten wirtschaftlichen Entwicklung der Welt, der Volksrepublik China, möglich. Beide Länder stellen mit ihrer engen Zusammenarbeit, ihrer fortgeschrittenen Wissenschaft und ihren mächtigen Armeen und mutigen Soldaten einen gewaltigen Schild des Friedens und der weltweiten Sicherheit dar, damit das Leben unserer Spezies bewahrt werden kann.

Die physische und geistige Gesundheit und der Geist der Solidarität sind Normen, die den Ausschlag geben müssen, oder das Schicksal des Menschen wie wir ihn kennen, wird für immer besiegelt sein.

Die 27 Millionen Sowjetbürger, die im Großen Vaterländischen Krieg gestorben sind, taten dies auch für die Menschheit und für das Recht zu denken und Sozialist zu sein, Marxist-Leninist zu sein, Kommunist zu sein und die Vorgeschichte zu verlassen.

Übersetzung: André Scheer / junge Welt
übernommen von redglobe.

 

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