DKP & KKE

Posted on 11. Juli 2009 von

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Der vermeintlich wohlwollende, in onkelhaftem Stil gehaltene Artikel des DKP-Parteivorsitzenden Heinz Stehr über den KKE-Parteitag (UZ vom 6.3.2009) bewegt sich formal knapp unterhalb der Grenze zur Aufkündigung der Parteibeziehungen zur griechischen Geschwisterpartei. Nebenbei gesagt, einer kommunistischen Partei, deren Masseneinfluss in der Arbeiterklasse nicht nur in Relation zur BRD vorbildhaft ist.

Wieso also gerade jetzt diese Ohrfeigen durch den DKP-Vorsitzenden Stehr für eine Partei, die u. a. in Fragen der Imperialismusanalyse, der Bewertung der liquidierten sozialistischen Länder und der Haltung zur EU andere Positionen als die Mehrheit des PV einnimmt?

Zum Vergleich: Es ist das Ergebnis der Politik der PRC-(Rifondacione)-Führung unter Fausto Bertinotti, die dazu geführt hat, dass bei den letzten Parlamentswahlen in Italien erstmals seit 1945 keine kommunistische Formation mehr im nationalen Parlament vertreten ist und das Land von der profaschistischen Regierung des Mediendiktators Berlusconi geführt wird. Bertinotti war parallel Vorsitzender der von der DKP-Führung hofierten ELP (Europäische Links-Partei), dessen aktueller Vorsitzender Bisky keinen Hehl daraus macht, dass es deren Aufgabe sei, linke Kräfte in das (kapitalistische) System zu integrieren.

Eine ähnlich harsche Kritik wie im Stehr-Beitrag zur KKE war bisher weder zur PRC noch zur PCF oder gar KPÖ zu vernehmen.

Man könnte im Zweifelsfall auf die Idee kommen, dass hier (…) die innerparteilichen Kritiker am ELP-Kurs der PV-Mehrheit vorgeführt werden sollten.

Heinz-W. Hammer, Essen

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